Film: Unheimliche Täler
«Je vous désire», sagt der reiche Mann zur jungen Frau beim nächtlichen Waldspaziergang oberhalb von Sils Maria. Ob er noch mehr sagen müsse? Auf Wunsch des verschuldeten Vaters hat Lili (Deleila Piasko) ihn, den Kunsthändler Dorsday (Milan Peschel), um finanzielle Hilfe gebeten. Gewohnt, all seine Begehren für legitim zu halten, weiss dieser die Situation auszunutzen. Gerne entspreche er ihrem Wunsch, falls er sie im Gegenzug während fünfzehn Minuten – hier oder in ihrem Zimmer – nackt betrachten dürfe. Wie das Hotel, in dem die beiden residieren, wirken die Waldlichtung und das Tal im Hintergrund auf eine unwirkliche, beinahe unheimliche Weise unscharf. Als befinde man sich statt im Oberengadin der 1920er Jahre oder auf einem Filmset, wo dieses mit epochengetreu dekorierten Kulissen nachgebildet wurde, ganz woanders.