Literatur: Ein unzuverlässiger Erzähler

Nr. 3 –

Ein Fluch, bedingungslose Geschwisterliebe und trügerische Erinnerungen – «Die Schwestern» des schwedischen Schriftstellers Jonas Hassen Khemiri ist ein grosser Wurf.

Portraitfoto von Jonas Hassen Khemiri
Vielleicht war alles ja auch ganz anders? Jonas Hassen Khemiri hat mit «Die Schwestern» ein grandioses Verwirrspiel geschaffen. Foto: Max Burkhalter

Die Geschichte der Mikkola-Schwestern begann am 31. Dezember 1999, als die drei rund zwanzigjährigen Frauen im Fahrstuhl unterwegs zu einer Silvesterparty waren, so heisst es zu Beginn von Jonas Hassen Khemiris Roman «Die Schwestern». Doch bald wird klar, dass das so nicht stimmt: Die Geschichte der Mikkola-Schwestern beginnt viel früher. Vielleicht in dem Moment, als der fünfjährige Ich-Erzähler Jonas zum ersten Mal von ihnen hört? «Du willst doch nicht so enden wie die Mikkola-Schwestern», sagt der Vater zum kleinen Jungen, der sein langes Haar nicht schneiden lassen will – worauf sein Interesse an den Schwestern geweckt ist.

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