Kämpfe in Aleppo: Die Waffen schweigen, die Angst bleibt
Eigentlich sollte das Zusammenleben in Aleppo Vertrauen zwischen der Regierung und den Kurd:innen schaffen. Stattdessen kam es zu schweren Kämpfen, Vertreibungen und gezielten Angriffen auf Wohnviertel. Nun wächst die Sorge, dass der fragile Frieden ganz kippt.
Am weissen Innenfutter klebt rings um die Stelle, an der das Stück Schrapnell durch seine Jacke schoss, noch immer Muhannad Issas getrocknetes Blut. Am vergangenen Samstag liegt der 22-Jährige in einem Bett im Universitätsspital von Aleppo. Ein Schlauch steckt in seiner Nase, er kann den Kopf nicht drehen und nur mit Mühe sprechen. Sein Bruder Madschd al-Din Issa erzählt am Krankenbett, was passiert war: Drei Tage zuvor, während einer der Feuerpausen im Norden Aleppos, hatten die beiden Brüder zusammen mit ihrem Vater das Haus verlassen, um mehr Lebensmittel zu besorgen.