Mercosur-Abkommen: Bruchstellen statt Einigkeit
Der Abschluss des Freihandelsvertrags mit vier südamerikanischen Staaten sollte endlich wieder einmal eine Erfolgsmeldung für die bedrängte EU sein – doch das EU-Parlament spielte nicht mit. Der Konflikt zeigt: Es geht längst nicht nur um Handel.
26 Jahre dauerten die Verhandlungen über ein Abkommen zwischen der EU und den vier südamerikanischen Mercosur-Staaten Argentinien, Brasilien, Paraguay und Uruguay. Mitte Januar wurde es besiegelt. Die künftig grösste Freihandelszone der Welt umfasst über 700 Millionen Verbraucher:innen, sie stellt rund zwanzig Prozent der weltweiten Wirtschaftsleistung sowie ein Drittel der globalen Exporte. Für die EU-Kommission, die angesichts der geopolitischen Turbulenzen unter erheblichem Druck steht, war das eine Erfolgsmeldung.