Von oben herab: Zeitverschwendung
Stefan Gärtner über Schweizer Verhältnisse
Norwegen, lese ich, steht kopf, was aber nicht heisst, dass Oslo jetzt am Polarkreis liegt. Das Land sieht sich in seinem Selbstverständnis als sozialdemokratische Moralmacht getroffen dadurch, dass, wie es aussieht, die halbe Elite des Landes in den sogenannten Epstein-Files auftaucht, von der Kronprinzessin bis zum ehemaligen Vorsitzenden des Komitees, das den Friedensnobelpreis vergibt. «Wir sind doch eigentlich die Guten!», zitiert die deutsche Morgenzeitung einen entsetzten Beobachter, und weil die Schweiz gern mit Schweden verwechselt wird (siehe WOZ Nr. 21/18), hat sie keine Lust, dass es die Leute auch mit Norwegen tun, von wegen «Teures Land in europäischer Randlage, wo gern Eishockey gespielt wird». Und zur Verwechslung besteht, geht es um die Abgründe in Sachen Epstein, halt auch kein Anlass.