Yanar Mohammed: Gedenkveranstaltung in Bern
2018 wurde sie von der BBC in die Liste der hundert einflussreichsten Frauen der Welt aufgenommen. Am 2. März wurde die irakische Frauenrechtlerin Yanar Mohammed am helllichten Tag vor ihrem Haus in Bagdad ermordet. In Bern findet nun am kommenden Samstag eine Gedenkveranstaltung für Mohammed statt. Man wolle damit eine «Leerstelle» im deutschsprachigen Raum füllen, schreiben die Veranstalter:innen – und das «Leben und den politischen Kampf» der Feministin würdigen. Die 1960 in Bagdad geborene Mohammed, die vor ihrer Rückkehr in den Irak als Architektin in Kanada gearbeitet hatte, war in erster Linie für ihren Kampf gegen geschlechtsspezifische Gewalt bekannt. 2003 gründete sie die Organization of Women’s Freedom in Iraq (OWFI) mit, die im Irak mehrere Schutzhäuser für Frauen betreibt, die vor häuslicher Gewalt, Femiziden, Zwangsverheiratung, Menschenhandel und sexualisierter Gewalt fliehen. Sie kämpfte insbesondere auch für die Rechte jesidischer Frauen, die während der Herrschaft des radikalislamistischen IS entführt und missbraucht wurden.
Yanar Mohammed war eine der wichtigsten feministischen Stimmen des Irak. Als Chefredaktorin der Zeitung «al-Musawat» (Gleichheit) setzte sie sich für die Rechte von Frauen, queeren Menschen und Minderheiten ein. Konservativ-religiöse Kräfte sahen durch Mohammeds Arbeit die patriarchale Ordnung bedroht. Vor ihrem Tod war sie im Irak staatlicher Repression, Drohungen und Hetzkampagnen ausgesetzt – insbesondere wegen ihres Einsatzes gegen eine religiös motivierte Reform des Familienrechts.