Israel und Libanon: Historischer Small Talk
Erstmals seit Jahrzehnten führen Vertreter:innen der israelischen und der libanesischen Regierung direkte Gespräche. Mehr als eine symbolische Geste dürften sie kaum sein. Der Schlüssel zu einem Ende des Krieges in Nahost liegt derzeit in Pakistan.
In anderen Zeiten wären direkte Gespräche eine kleine Sensation, vielleicht sogar ein Hoffnungsschimmer auf Annäherung oder gar Friedensgespräche. Nicht so vor dem Hintergrund der eskalierenden Kriege in Nahost. Das historische Treffen unter US-Vermittlung zwischen der libanesischen Botschafterin Nada Hamadeh und ihrem israelischen Gegenüber Yechiel Leiter am Dienstag in Washington ging kaum über Symbolpolitik hinaus. Ein greifbares Ergebnis kam nicht zustande.
Die Probleme begannen bereits damit, dass die Partei, um die es eigentlich geht, nicht mit am Tisch sass. Die proiranische Schiitenmiliz Hisbollah, gegen die Israel im Libanon Krieg führt, lehnt Gespräche ohne vorherige Waffenruhe ab. Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu aber hat klar gesagt, es gebe «keinen Waffenstillstand im Libanon». Achtzig Prozent der Israelis sind laut Umfragen für eine Fortsetzung des Krieges – und im Herbst stehen in Israel Wahlen an.