Serie : Die Hackordnung in allen

Nr. 20 –

«Die anderen sind die schlechten Menschen, nicht wir!», sagt mit leisen Selbstzweifeln die kleine Angestellte (Cailee Spaeny) zu ihrem Verlobten (Charles Melton). Gerade haben die beiden den etwas grösseren Angestellten in Gestalt ihres Chefs mit einem heimlich aufgenommenen Video erpresst. Die Erpressungsmasse: eine Beförderung, zehn Tage Ferien und eine rudimentäre Krankenversicherung. «Jetzt herrschen sie über uns», sagt der Erpresste (Oscar Isaac) später hässig zu seiner Frau (Carey Mulligan). Was vorerst natürlich eine ziemliche Übertreibung ist.

Die erste Staffel von «Beef» handelte von einer epischen Wuteskalation, die im Strassenverkehr ihren banalen Anfang nahm. Für die zweite Staffel hat sich der in den USA lebende Südkoreaner Lee Sung Jin nun ein ganz anderes Feld vorgenommen, auf dem er seine unverschämt unterhaltsamen Planspiele zur Streitkultur im Spätkapitalismus aufführt: ein Luxusresort mitsamt seinen funkenschlagend zusammenknallenden sozialen Hierarchien. Die Figuren: Bedienstete, Manager, weiteres Fachpersonal, die steinreiche Resortbesitzerin, die fast so reichen Gäste. Wer an «White Lotus» denkt, liegt nicht daneben; wobei «Beef» sehr viel sarkastischer zugespitzt ist als die letzte, etwas lahme Auflage der Luxushotelserie.

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