Nr. 46/2008 vom 13.11.2008

Hochnebel

Von Stephan Pörtner

Als der neue Präsident gegen Mittag endlich aus den Federn kam, wurde ihm bewusst, auf was er sich da eingelassen hatte. Er war Chef von einem Land, das breiter war als lang, zu überproportionaler Selbstwahrnehmung neigte und von ganz vielen Menschen bewohnt wurde, die dick waren und einen Hang zu karierten Hemden hatten. Ausserdem war man unbeliebt und pleite. «Siehst du», sagte seine Frau, die schöner und gescheiter war als er, «das hast du jetzt von deinem grenzenlosen Optimismus.» Der Präsident aber griff zur Kaffeetasse, freute sich, dass der Hochnebel im Gegensatz zur Zuversicht in seinem Land gänzlich unbekannt war.

Wenn Ihnen der unabhängige und kritische Journalismus der WOZ etwas wert ist, können Sie uns gerne spontan finanziell unterstützen:

Unterstützen Sie die WOZ als Ganzes mit einer Flattr-Spende.

Spenden mit Flattr

Drücken Sie ihr Interesse am Text Hochnebel aus und tätigen Sie eine spezifische Flattr-Spende.

Spenden mit Flattr