Nr. 36/2010 vom 09.09.2010

Heute mit: Susan Boos

Von Stefan KellerMail an AutorIn

In der WOZ sind weitreichende Veränderungen angesagt. Welche? WOZ-Leute berichten:

Was ist los auf der WOZ?

Susan Boos, Redaktionsleitung: So viel, dass man gar nicht mehr weiss, wo einem der Kopf steht.

Was macht man dagegen?

Man versucht, den Überblick zu behalten, und man erinnert sich daran, dass es bisher immer gut gekommen ist – aus irgendwelchen Gründen.

Die WOZ ist in ihrer 29-jährigen Geschichte immer pünktlich herausgekommen.

Ja, und es hatte nie weisse Löcher drin!

Wie bist du als Redaktionsleiterin in den Umbau involviert?

Ich versuche verzweifelt, den Diskussionsprozess so zu organisieren, dass alle das arbeiten können, was ihnen am besten liegt, und auch Entscheidungen fällen können. Es geht darum, möglichst allen Bedürfnissen gerecht zu werden und den Frieden zu wahren.

War es deine Idee, die WOZ umzubauen?

Überhaupt nicht, nein. Erfahrungsgemäss finden auf der WOZ in einem Rhythmus von etwa fünf bis sieben Jahren starke Personalwechsel statt. Die Neuen haben dann das Bedürfnis, sich neu einzurichten.

Jede Generation ...

Jede Generation will sich die Zeitung neu aneignen.

Sowohl Redaktion als auch Layout?

Seit einiger Zeit haben wir eine sehr viel selbstbewusstere Layoutabteilung. Auch die Layouterinnen wollten nicht einfach eine vorgefertigte Gestaltung übernehmen.

Was sind die Herausforderungen, die auf die Redaktion zukommen?

Weil wir künftig mehr Flexibilität in der Zeitung haben, brauchen wir selber mehr Disziplin. Wir können nicht mehr nur von einer Nummer auf die nächste planen, sondern müssen uns weit im Voraus überlegen, was wir machen wollen. Und dann müssen wir das auch wirklich machen.

Braucht es mehr Kontrolle?

Wir müssen einander gegenseitig den Raum geben für die grösseren Geschichten. Wer daran arbeitet, braucht Zeit, das müssen wir lernen.

Ist er der Job der Redaktionsleitung, die Leute freizustellen?

Nein, das kann man nicht verordnen. Verordnen kann man nur, dass darüber diskutiert wird, dass ein Problembewusstsein entsteht.

Deine Macht im Betrieb: Diskussionen zu verordnen?

So lästig kann ich sein! [lacht ziemlich gemein]

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