Nr. 10/2013 vom 07.03.2013

Starkes Signal gegen Liberalisierer

Von Kaspar SurberMail an AutorIn

«Vermisst: Unser Mami muss am Samstag noch länger arbeiten»: Mit solchen Anzeigen warben Gewerkschaften und linke Parteien in Basel-Stadt gegen längere Ladenöffnungszeiten. Die Grossverteiler wiederum versuchten, ihre Kundschaft während des Einkaufens mit Lautsprecherdurchsagen vom Gegenteil zu überzeugen.

Nun haben die Stimmenden in Basel entschieden: Mit 59,7 Prozent sagten sie Nein dazu, dass die Geschäfte am Samstag bis um 20 Uhr und an vier Sonntagen im Jahr geöffnet haben können. Serge Gnos von der Unia freut sich über das Resultat: «Die Deutlichkeit hat mich überrascht. Ich hoffe, dass die Bürgerlichen das Signal endlich hören. Die Bevölkerung will keine Deregulierung.»

Noch zeigen sich die Bürgerlichen auf Bundesebene unbeirrt: Diese Woche berät der Nationalrat darüber, ob in allen Kantonen unter der Woche bis um 20 Uhr und am Samstag bis um 19 Uhr eingekauft werden kann. Auch der Sonntagsverkauf in Tourismusgebieten soll einfacher ermöglicht werden. Bereits beschlossen hat das Parlament, dass einzelne Tankstellenshops rund um die Uhr geöffnet haben können. Die Gewerkschaften haben dagegen das Referendum ergriffen, Unterschriftenbogen gibt es auf www.unia.ch.

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