Nr. 17/2013 vom 25.04.2013

Ein Kampflied für die Dienstleistungsklassen

Von Dinu Gauthier

Das Stampfen der Maschinen, das Dröhnen der Metallhämmer: In den alten ArbeiterInnenkampfliedern ist die Arbeit nicht zu überhören. Mittlerweile sind grosse Teile der Industrie ins Ausland ausgelagert worden, beinahe siebzig Prozent der Beschäftigten in der Schweiz arbeiten heute im Dienstleistungssektor. Hart und prekär kann es allerdings auch dort zu- und hergehen.

Der Sound der Arbeit freilich, der ist ein anderer. Die WOZ hört zu: wenn die Angestellten der Post im Briefzentrum, mitten im Scheppern und Rumpeln der Sortiermaschinen, stets auf «heavy rotation» sind. Wenn die Süssigkeitenverkäuferin nicht aufs WC kann, weil sie allein im Laden steht, während die Popmusik aus den Lautsprechern rieselt. Wenn die Spitex-Mitarbeiterin in stillen Wohnungen nur knapp Zeit für Gespräche mit ihren KlientInnen findet. Oder wenn die Putzfrau aus Bulgarien, den schlürfenden Staubsauger führend, erklärt, wieso man ihren Job unmöglich Vollzeit ausüben kann.

In diesen und anderen Berufen sind die Arbeitskämpfe der Zukunft zu führen. Zum 1. Mai bringen wir deshalb ein ganzes Dossier zum Dienstleistungssektor. Auch mit Antworten auf die Frage, wie denn in diesen Bereichen gekämpft werden kann – etwa wenn die Mortalitätsrate der PatientInnen trotz Streik im Spital nicht steigen soll. Und: wieso mit den sozialen Kämpfen auch der Kampf gegen die alten und neuen Fremdenfeinde unerlässlich ist. Dazu eine Kritik der ungenügenden Antworten auf die Jugendarbeitslosigkeit in Europa.

Das Kampflied, das den Sound der ganzen Dienstleistungsvielfalt vereint, das muss freilich noch komponiert werden.

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