Nr. 08/2014 vom 20.02.2014

Schafft das Ausland ab!

Die Ursache allen Übels.

Von Ruedi Widmer

Der bei 50,3 Prozent der Schweizer Stimmbürgerinnen und -bürger diagnostizierte Dichtestress hat viel mit Wohlstand zu tun. Die Geschwindigkeit des Lebens hat sich dem Internet angepasst. Unsere Gewöhnung an schnelle Ladezeiten und sofortige Downloads aller Wünsche führt zur Ungeduld miteinander. Die anderen Leute stehen doch eigentlich nur im Weg auf dem eigenen Kurs zum eigenen Schnäppchen. Egal ob Schweizerin oder Ausländer, es nerven alle. Diese persönlichen Probleme von Pendlern und Konsumentinnen politisch zu instrumentalisieren, ist das Verdienst von Christoph Blocher und seinem motivierten Team (danke, gäll). Vergessen Sie nie: Eine Schweiz, die nicht ihm gehorcht, darf keine Schweiz sein.

Doch das eigentliche Problem der Schweiz ist nicht die Einwanderung von AusländerInnen, die schliesslich nichts dafürkönnen, solche sein zu müssen. Die Ursache allen Übels, das uns Bauchweh bereitet, ist das Ausland an sich. Schon im Dezember 2007, also Jahre vor der Abschottungsinitiative der Schweizerischen Volkspartei, wurde vom linksnationalistischen Blatt «Der Schweizer» aus dem Verlagshaus WOZ die Volksinitiative für die Abschaffung des Auslands («Auslandsinitiative») lanciert. Es war ein Leichtes, die nötigen Unterschriften zusammenzubringen, und die Abstimmung wird im Verlauf des Jahres 2015 stattfinden.

UnterschriftensammlerInnen postierten sich beispielsweise im Ankunftsbereich des Flughafens Zürich nach der Landung von Charterflügen aus Mittelmeer-Feriendestinationen. Die dem Flug entstiegenen enttäuschten PassagierInnen beklagten sich über Sonnenbrand, Magen-Darm-Beschwerden, lausige Hotels und mieses Essen, Abzockerei durch Taxifahrer, verdreckte Strände und unterschrieben sofort. Sie haben erkannt: Das Ausland ist der Grund praktisch aller für durchschnittliche SchweizerInnen existierenden Probleme. Die quengelnden chinesischen Kinder auf dem Flug von Schanghai nach Zürich (CHN)? Die dauernden immer gleichen Kriege in Syrien oder dem Irak (IRQ)? Die Panne mit dem BMW (D)? Der schlechte Akku im Handy (VN)? Die teils schlechten Leistungen der Schweizer in Sotschi (RUS)? Die mürrische Rezeptionistin im Hotel Gloria in Stockholm (SWE)? Das H&M-T-Shirt, das nach zweimal Waschen auseinanderflog (SWE)? Wer kritisch denkt und nicht blind durchs Leben schreitet, wie das leider viele Linke und Gutmenschen tun, bei dem schrillen die Alarmglocken: Alle diese Probleme haben eines gemeinsam. Ihr Ursprung liegt im Ausland. Auch die AusländerInnen leiden am Ausland, sonst würden sie ja nicht zu uns kommen. 

Immer mehr AusländerInnen entdecken, dass es ihr Leben verbessert, wenn Missionare aus der Schweiz kommen und ihre Swissness verstreuen: Die SVP-Politiker Roger Köppel und Christoph Mörgeli bringen via ARD-Predigt jene Wärme nach Deutschland, die früher Emil dahin brachte und damit das deutsche Wirtschaftswunder erst befeuerte. Die Deutschen lieben diese Schweizer, weil sie inländische Substanz und sinnstiftenden Einfluss haben.

Ich bin überzeugt, dass achtzig Prozent der Menschen in der EU das Ausland auch am liebsten abschaffen würden. 

Mit einem mutigen Ja zur Volksinitiative «Abschaffung des Auslands» können Sie einen wichtigen Beitrag zum Frieden von Christoph und Silvia Blocher(-Kaiser) leisten.

Ruedi Widmer wohnt in einer bösen, lauten, dreckigen und sündigen Stadt und ist 
deshalb gar kein Schweizer, sondern sonst etwas Komisches.

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