Nr. 33/2014 vom 14.08.2014

Tiananmen in Kairo

Von Markus Spörndli

Vor einem Jahr, am 14. August 2013, räumten Ägyptens Armee und Polizei die Protestlager der Muslimbrüder an der Moschee Rabaa al-Adawija in Kairo. Sie gingen dabei mit aller Härte gegen die AnhängerInnen des vom Militär abgesetzten Präsidenten Muhammad Mursi vor, schossen mit scharfer Munition in die Menge und töteten mindestens 817 Menschen.

In einer umfassenden Studie vergleicht nun die Menschenrechtsorganisation Human Rights Watch (HRW) dieses Massaker mit jenem auf Beijings Tiananmenplatz von 1989: Die Übergangsregierung habe die Sicherheitskräfte angewiesen, die grösstenteils unbewaffneten Protestierenden aufgrund ihrer politischen Einstellung «systematisch zu töten». HRW empfiehlt, die Drahtzieher des Massakers wegen Verbrechen gegen die Menschlichkeit anzuklagen – auch den damaligen Verteidigungsminister und heutigen Präsidenten Abdel Fattah al-Sisi.

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