Nr. 34/2014 vom 21.08.2014

Krimkrise bei der Fifa

Von Corina Fistarol

Eine mögliche Reduzierung der Spielorte und die Fassungsvermögen der Arenen für die Fussballweltmeisterschaft 2018: Das waren die offiziellen Themen, die Fifa-Präsident Sepp Blatter am 16. und 17. August 2014 mit Repräsentanten des lokalen WM-Organisationskomitees in Sotschi besprach.

Brisanter war indessen, dass Blatter an jenem Wochenende auch den russischen Präsidenten Wladimir Putin traf. Dieser möchte nämlich, dass die Fussballklubs der Krim in der russischen Liga spielen. Gemäss Statuten der Fifa und der Uefa müsste die Ukraine zustimmen, was diese kaum tun wird. Im Gegenteil: Der ukrainische Verband fordert Sanktionen gegen den russischen Verband.

Putins Wunsch zu erfüllen, würde also bedeuten, die Annexion der Halbinsel anzuerkennen. Entsprechend heikel ist die Angelegenheit für die Fifa. Denn die politische Annexion der Krim im März gilt gemeinhin als völkerrechtswidrig. Während der Gespräche wies Blatter schwammig darauf hin, dass die Fifa «die laufende Angelegenheit bezüglich der Fussballklubs von der Krim auf der Basis der entsprechenden Prozesse» handhaben werde, so das Communiqué.

Allerdings nahmen bereits Anfang August Teams aus Sewastopol, Simferopol und Jalta an einer russischen Fussballmeisterschaft teil. Weitere Spiele in einer unteren Liga sind geplant. Sollten diese Spiele angepfiffen werden, werden Fifa und Uefa Farbe bekennen müssen. Das fiel ihnen bisher so schwer, weil Russland in beiden Verbänden personell und über Sponsorendeals mit dem staatlich kontrollierten Energiekonzern Gazprom gut vernetzt ist.

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