Nr. 43/2014 vom 23.10.2014

Intrinsische Irrelevanz

Von Stephan Pörtner

Seit dreissig Tagen stand Brüggenbleicher vor der Frage, ob er sich nun eines dieser überdimensionierten und überteuerten Flachtelefone zutun sollte, von denen er so Wundersames gelesen hatte. Wenn das wirklich alles stimmte, so dachte er, würde er kaum jemals wieder von Sorgen oder gar Langeweile geplagt werden, weil allein das Erforschen aller möglichen Funktionen mehrere Arbeitstage in Anspruch zu nehmen versprach. Andererseits war die Wahrscheinlichkeit, dass er auch nur eine dieser Funktionen jemals sinnvoll nutzen würde, wegen seiner intrinsischen Irrelevanz derart gering, dass er ebenso gut einen Handbohrer und ein Stück Holz kaufen und einfach so tun konnte, als ob.

Stephan Pörtner ist Krimiautor («Köbi der Held», «Stirb, schöner Engel», «Mordgarten») und lebt in Zürich. «Mordgarten» ist auch unter www.woz.ch/shop/buecher erhältlich. Für die WOZ schreibt er Geschichten, die aus exakt 100 Wörtern bestehen. www.stpoertner.ch