Nr. 46/2014 vom 13.11.2014

Redaktionsgeflüster (1)

Interview: Stefan Keller

Adrian Riklin, Noëmi Landolt, wir haben gelesen, dass es eine Wunsch-WOZ geben soll. Was können Sie dazu sagen?
Landolt: Sie ist auf gutem Weg. Innerhalb von vier Tagen kamen sechzig Wünsche. Jeden Tag werden es mehr.

Sind es gute Wünsche? Wünsche, auf die das WOZ-Kollektiv nicht gekommen wäre?
Zum Teil. Es hat gute dabei.

Herr Riklin, Sie schweigen?
Riklin: Ich bin wunschlos. Momentan.

Sie können als Redaktor auch gar keinen Wunsch einschicken. Aber kehren wir die Sache doch um: Wie wünschen Sie sich als Redaktor die Leserinnen und Leser?
Mein Wunsch ist, dass sie jene Wünsche aussprechen, die ich als Journalist selber nicht mehr zulasse, die ich verdränge …

… ein psychotherapeutischer Vorgang?
Diesen Ausdruck möchte ich nicht verwenden. Aber tatsächlich geht es um die Suche nach verschollenen Wünschen, die wir in unserem professionellen, stets an der Aktualität orientierten Alltag verdrängen. Wünsche, die uns zu irrelevant vorkommen. Dabei muss ein Wunsch ja nie relevant sein.

Frau Landolt, erwarten Sie ebenfalls, dass Wünsche, die Sie selber nicht zu denken wagen, nun von aussen in die Zeitung getragen werden?
Landolt: Das wäre natürlich schön. Aber schön ist auch, wie viele Artikel zu Themen gewünscht werden, die wir schon in der Zeitung haben. Die Wünsche sind sehr nah an dem, was wir normalerweise machen. Zusätzlich würde ich mir mehr überraschende Vorschläge wünschen.

Und wie sieht Ihr Wunschleser aus?
Ich habe keinen, denke aber beim Schreiben oft an meine Grossmutter. Was würde sie dazu sagen? Oder an meine WG.

Riklin: Ich habe mehrere Leser, die ich mir vorstelle. Ein kleines, wechselndes Publikum, je nach Text. Insgesamt sind es fünf bis sechs Geister, die immer wieder an meinem Schreibtisch auftauchen.

LeserInnenwünsche für die Wunsch-WOZ vom 18. Dezember 2014 an: 
wunsch@woz.ch, 044 448 14 01

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