Nr. 18/2015 vom 30.04.2015

Humanoides Blut schlürfen

Von Stephanie Danner

Wie vielfältig und wundervoll sind doch die Visionen der PosthumanistInnen dieser Welt, wie sie etwa der schottische Evolutionsforscher Dougal Dixon in seinen spekulativen Büchern «After Man» (1981) und «Man After Man. An Anthropology of the Future» (1990) vorgelegt hat. Darin stellt er unter anderem den «Tic» («Homo sapiens accessiomembrum») vor, ein menschliches Wesen, das tausend Jahre nach dem Beginn genetischer Modifikationen um externe Gewebeformen, eine Art organischen Anzug, erweitert worden ist. Es verfügt über Ersatzorgane, falls die alten nicht mehr wollen. Ein anderes Etwas, das Dixon zwei Millionen Jahre später ansiedelt, sind ein Wirt und ein Parasit («Penarius pinguis» und «Nananthropus parasiticus»). Die Yeti-ähnlichen Humanoiden und die ebenfalls menschenähnlichen kleineren Wesen, die auf deren Körpern leben und deren Blut schlürfen, bilden die perfekte Verbindung zweier posthumanistischer Schöpfungen. Schönheitsideale sind eben von heute.

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