Nr. 19/2016 vom 12.05.2016

Schuldscheine als Währung

Von Corina Fistarol

Vor weniger als einem Jahr hat die Regierung von Simbabwe die vierte Landeswährung seit der Unabhängigkeit eingestampft. Seither ist der US-Dollar offizielle Währung. Nun geht den Banken das Bargeld aus – wegen der anhaltenden Dürre, dem dadurch entstandenen Rückgang der Exporteinnahmen, einer seit Jahren unveränderten Misswirtschaft sowie der Tatsache, dass, wer kann, sein Geld aus dem Land schafft. Erneut steht Simbabwe daher ein Kollaps bevor. Hätte der Staat noch die eigene Währung, würde die Zentralbank Geld drucken. Aber US-Dollar drucken, das kann sie nicht.

John Mangudya, Chef der Zentralbank, kündigte deshalb letzte Woche an, in den nächsten zwei Monaten Schuldscheine im Wert von zwei, fünf, zehn und zwanzig US-Dollar als Zahlungsmittel einzuführen. Viele im Land, die durch die Hyperinflation teilweise schon alles verloren haben, trauen der Regierung des 92-jährigen Präsidenten Robert Mugabe nicht: Wer Geld auf der Bank hat, versucht es abzuheben. Doch die Automaten sind meist leer.

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