Nr. 23/2016 vom 09.06.2016

Allmächtiger!

Susi Stühlinger über Heuhaufen und Kuhbesamer

Von Susi Stühlinger

Im Namen Gottes, des Allmächtigen! Es war allerhöchste Zeit, der falsch verstandenen Toleranz einen Riegel zu schieben. Denn Toleranz, Menschenwürde und Religionsfreiheit waren unverhandelbar. So sprach Gerhard Pfister, Doktor der Philosophie und damit ausgewiesener Experte. Die Auffassung, die muslimische Schüler, linke Politikerinnen und andere Fehlgeleitete von Toleranz hatten, konnte, ja durfte nicht länger toleriert werden.

Und wie es dies Land mit der Religion hielt! Dies Land, einst von gottesfürchtigen Mannen erbaut, das zusehends der Verluderung anheimfiel und im Begriff war, die Religionsfreiheit des Christentums gänzlich abzuschaffen, wo man schon froh sein konnte, dass der Gotthardtunnel noch Gotthardtunnel hiess, während derselbe nebst Abt Martin Werlen von einem radikalen Imam gesegnet wurde. Und damit nicht genug: Wie Dr. Pfisters Nationalratskollegin Sylvia Flückiger-Bäni herausgefunden hatte, waren an der Gotthardfeier gar tanzende Derwische zum Einsatz gekommen, die gemäss islamischer Enzyklopädie eine Annäherung an Allah bedeuteten, womit die christlichen Grundwerte dieses Landes definitiv verraten worden waren. Daran vermochte auch die feige Notlüge des Bundesrats, es habe sich mitnichten um Derwische, sondern um tanzende Heuhaufen gehandelt, nichts zu ändern. Ja, wahrlich war die christliche Religionsfreiheit langsam so durchlöchert wie das Kleid von Bundesrätin Doris Leuthard.

Da galt es, schleunigst Abhilfe zu schaffen: Ein Pflichtfach Religion in allen Volksschulen würde dazu beitragen, dass das christliche Erbe des Schweizerstaats wieder gebührend geehrt würde. Die entsprechenden Schulstunden könnten kostenneutral realisiert werden, wenn gleichzeitig der Sexualkundeunterricht gestrichen würde, den es für Schweizer Kinder nicht brauchte, da dort mitunter mit christlichen Werten unvereinbare Paarungspraktiken wie etwa Homosexualität gelehrt wurden, und der überdies bei muslimischen Kindern auch nicht fruchtete, weil die ihre Frauen kulturell bedingt so oder so unterdrücken und vergewaltigen.

Apropos fruchten: Das hatten die Verfechter der falschen Toleranz jetzt davon, nämlich dass in der Bevölkerung die Saat der berechtigten Angst keimte, und wer wollte sich da noch wundern, wenn ein junger Kuhbesamer aus dem Elsass sich anschickte, die erhöhte Terrorgefahr an der Fussballeuropameisterschaft selbst zu beseitigen, indem er nicht nur ein paar Moscheen in die Luft jagte, sondern auch eine Handvoll Brücken, Autobahnen und Synagogen, die so ihrerseits immerhin nicht mehr als Ziele für islamistische Attacken zur Verfügung stünden.

All dies zeigte: Die Verteidigung des Abendlandes musste sofort in Angriff genommen werden. Für die Verteidigung des schweizerischen Strafraums allerdings war man in den kommenden Tagen wohl leider doch noch auf den einen oder anderen Muslim angewiesen. Da musste man schon tolerant sein, fand Dr. Gerhard Pfister.

Susi Stühlinger findet, dass Toleranz ein ganz schrecklicher Begriff ist.

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