Nr. 13/2019 vom 28.03.2019

Keine Romantik, bitte!

Von Stephan Pörtner

Der völlige Mangel an Frühjahrsbegeisterung wird einem leicht als verquere Miesepeterei angelastet, obwohl es hierzu zahlreiche, kaum bestreitbare Gründe gibt, von denen der Pollenflug, die penetrante Verbindung der Jahreszeit mit allem Romantischen, das Wiederauftauchen der Velolölis und das Sechseläuten nur die triftigsten sind. Gesundheitsschädlich ist der Umstand, dass es unmöglich ist, in Kleidung aus dem Hause zu gehen, in der man nicht bald friert oder schwitzt. Erträglich ist der Frühling nur, wenn es regnet. Hätte der Klimawandel ein Interesse daran, gestoppt zu werden, er liesse es ständig regnen, denn nichts motiviert die Menschen stärker, etwas zu ändern, als anhaltende Niederschläge.

Stephan Pörtner ist Krimiautor («Köbi der Held», «Stirb, schöner Engel», «Mordgarten») und lebt in Zürich. Seine neue Gaunerkomödie «Die Bank-Räuber» tourt aktuell mit Beat Schlatter in der Hauptrolle durch die Deutschschweiz: www.diebankraeuber.ch. Für die WOZ schreibt er Geschichten, die aus exakt 100 Wörtern bestehen. Eine Auswahl unter dem Titel «100 Mal 100 Wörter» sowie «Mordgarten» sind im WOZ-Shop www.woz.ch/shop als Buch erhältlich.

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