Nr. 36/2019 vom 05.09.2019

Leidenschaft, Mission, Welterklärung

Wie die Tageszeitungen darbt auch ihr einst so beliebtes Publikumsforum: Die frühere Seite mit Beiträgen von Leserinnen und Lesern ist auf wenige Spalten geschrumpft. Doch es gibt sie noch, die LeserbriefschreiberInnen. Zu Besuch bei vier der Fleissigsten.

Von Roger Anderegg (Text) und Florian Bachmann (Fotos)

Stammgästen des Café Tibits in Zürich Oerlikon ist die Erscheinung vertraut: Der ältere Herr sitzt vorzugsweise allein an einem Doppeltischchen, vor sich einen Stoss Zeitungen, von der NZZ über den «Blick» bis zu den Sonntagsblättern. Mit geschultem Auge blättert er sich durchs Angebot. Beim einen Artikel schaut er nur flüchtig auf Titel und Lead, den nächsten überfliegt er. Dann bleibt er prompt an einem Text hängen, zückt seinen Block und macht sich Notizen oder fotografiert mit seinem Smartphone gleich die entscheidende Passage. Seinen Leserbrief wird Heinrich Frei (78), Architekt HTL, zu Hause am Computer formulieren. «Dort kann ich mich besser konzentrieren», sagt er.

Beatrice Landert pflegt dieselbe Leidenschaft, braucht dafür aber ihre Wohnung nicht zu verlassen. Sie hat die einschlägigen Blätter abonniert. Zum Verfassen ihrer Beiträge setzt sie sich an den schweren Holztisch in ihrer Blockwohnung in Zollikerberg ZH. «Ich muss mich immer für etwas engagieren», sagt die pensionierte Pflegefachfrau, «das hält mich jung.» Ihre 85 Jahre gäbe ihr kein Mensch.

Bei Pascal Merz (41) in Sursee LU geht der Blick von der Dachterrasse auf die klassischen Silhouetten von Rigi und Pilatus. Merz, locker in Shorts und T-Shirt, sagt: «Politik und Wirtschaft interessieren mich sehr, und so erlaube ich mir, meine Meinung dazu zu schreiben.» Recht hat er, auch wenn er am Ende seine Meinung zu allem und jedem schreibt, von der Entwicklung der Luzerner Vorortsgemeinde Malters über den 11. September 2001 bis zur Politik von Wladimir Putin, von der grundsätzlichen Ausrichtung der helvetischen Landwirtschaft bis zu den sexuellen Übergriffen in der katholischen Kirche.

Heinrich Frei schreibt «so zwei oder drei Leserbriefe pro Woche». Bei Beatrice Landert sind es «auf jeden Fall mehrere jeden Monat». Pascal Merz produzierte bis vor kurzem an die 200 im Jahr; aktuell, sagt er, seien es «nur noch so etwa 50». Trotzdem ist es nicht leicht, eine Ausgabe der «SonntagsZeitung» zu finden, in der er nicht mit einem Leserbrief vertreten ist. Und auch in der WOZ sind von Merz, wie auch von Frei, immer wieder mal Beiträge zu lesen (vgl. «Kritik erwünscht, Kürzungen vorbehalten» im Anschluss an diesen Text).

Jetzt fehlt hier nur noch der unbestrittene helvetische Rekordhalter im LeserInnenbriefschreiben, der es problemlos auf mehrere Zuschriften am selben Tag schafft. Auch ihn habe ich bei ihm zu Hause hoch über dem Zürichsee besucht – nur untersagte er mir hinterher, über unsere Begegnung in dieser Zeitung zu berichten.

Das kam so: Die Story über die vier mutmasslich fleissigsten LeserbriefschreiberInnen der Deutschschweiz hätte ursprünglich im Fachorgan «Schweizer Journalist» erscheinen sollen. Da das Periodikum mit der Publikation aber bis Ende des Jahrs zuwarten wollte, bot sich die WOZ als schnellere und attraktivere Tribüne an. Der Rekordhalter im Leserbriefschreiben, über diese Änderung informiert, zog alle seine Aussagen ultimativ zurück. Weshalb er so entschied, gab er zwar bekannt, darf hier aber aus ebendiesen Gründen nicht zitiert werden.

Der «Stachanow des helvetischen Leserbriefs»

Nun ist Roger E. Schärer, dessen Leserbriefe thematisch praktisch keine Einschränkung kennen (und immer dann, wenn sie mit Militär, Landesverteidigung oder Rüstung zu tun haben, mit dem Zusatz «Oberst a. D.» versehen sind) – nun ist Herr Schärer längst eine Figur des öffentlichen Lebens. Der leutselige Jurist, über viele Jahre in hoher Funktion bei der Winterthur Group und der Credit Suisse tätig, ist bestens vernetzt in Politik und Wirtschaft und war im Lauf seiner Karriere über Jahre Berater von Altbundesrat Johann Schneider-Ammann. Über diesen finden sich in der Schweizer Mediendatenbank SMD 41 Leserbriefe von Schärer, selbstredend positive. Insgesamt erscheint Schärer in der SMD mit rund 1500 Fundstellen (erfasst ab 1998). Selbst als Jurist kann er niemandem verbieten, einige davon zu zitieren.

Dass sich Roger E. Schärer mit seinem Rückzug kleiner macht, als er ist, entspricht sonst nicht so seiner Art. Als Vorbereitung auf unser Gespräch und auch noch danach liess er mir, als beiläufigen Leistungsausweis, insgesamt 77 Leserbriefe zukommen, die aus einem guten Dutzend unterschiedlicher Zeitungen stammen. Überhaupt ist der Rückzug für die LeserInnen ein schmerzlicher Verlust: Schärer führt im O-Ton eine saftige, unverblümte Sprache, fast wie damals Niklaus Meienberg; in der bürgerlichen Presse aber tönt er furchtbar diszipliniert.

Roger E. Schärer wird wohl kaum gegen die WOZ klagen, wenn wir hier die Zahl der Leserbriefe nennen, die er uns selbst per Mail genannt hat: Es seien, Stand 8. August 2019, genau 7145 Stück. Damit hat sich der freisinnige ehemalige Wirtschaftskapitän und Oberst a. D. den Titel «Stachanow des helvetischen Leserbriefs» wohl redlich verdient (der sowjetische Bergmann Alexej Stachanow förderte 1935 in einer Schicht 102 Tonnen Kohle und verdiente sich damit den Titel «Held der sozialistischen Arbeit»).

Und vielleicht noch das: Freunden gegenüber, so hören wir, nenne Schärer, dieser Meinungsmacher im Hintergrund, seine Leidenschaft für den Leserbrief gerne «meine Mission». Als wir dann beim Googeln sehen, dass er vor Jahren, als die SVP die Zeitungsredaktionen im Land mit LeserInnenbriefen einzudecken begann, Mitglieder seiner FDP saalweise im Verfassen von LeserInnenbriefen schulte – «als eines meiner staatsbürgerlichen Engagements», wie er im «Tages-Anzeiger» vom 15. August 2014 bekannte –, bekommt der Begriff «Mission» einen höheren Sinn.

Bei allen begann es mit einem Aufreger

Die Leidenschaft ist also bei allen vieren dieselbe, doch ihre Motivationen sind denkbar unterschiedlich. Begonnen hat es indes für alle sehr ähnlich, nämlich mit einem Aufreger. Heinrich Frei, Pazifist und bekennender Linker, las gerade wieder einmal von der Verurteilung helvetischer Dienstverweigerer. So propagierte er schon in seinem ersten Leserbrief, 1964 im «Bieler Tagblatt», den Service Civil International und dessen Einsatz für gewaltfreie Konfliktlösung als gescheite Alternative zum Militärdienst.

Pascal Merz reagierte in seinem ersten Leserbrief, im Jahr 2000 in der «Neuen Luzerner Zeitung», auf einen tags zuvor erschienenen Artikel, in dem über eine Party von Skinheads in Malters LU berichtet worden war. Merz stellte die Frage, warum jemand – in diesem Fall ein FDP-Politiker – Menschen mit einer solchen Ideologie überhaupt ein Lokal vermiete. Damit löste er eine Diskussion aus, die auch von anderen Medien aufgenommen wurde und landesweite Beachtung fand. «Man konnte also ein Gespräch in Gang bringen – das war für mich eine sehr positive Erfahrung», sagt Merz, der heute hauptberuflich als Teamleiter im Onlinehandel arbeitet.

Beatrice Landert erinnert sich nicht genau an ihren ersten Leserinnenbrief. «Er hatte aber bestimmt mit Krankenpflege zu tun», sagt sie – mit dem Thema also, das ihr als Gesundheitsfachfrau besonders vertraut war: «Ich kann ohnehin nur über etwas schreiben, was ich selber kenne und erfahren habe.» Dieses Prinzip finden wir in ihrem Schaffen bestätigt. Mit «Wer lange genug gelebt hat, darf auch ohne Tamtam sterben» kommentierte sie zum Beispiel einen Artikel übers Altern und mit «Wenn nichts mehr läuft unter der Decke, so sollen sie es bleiben lassen» einen über Sex im Alter.

Im Fall von Roger E. Schärer müssen wir hier aus einem Interview in der «Zürichsee-Zeitung» vom 7. Juli 2014 zitieren, in dem er sagt: «Meinen ersten Leserbrief schrieb ich als Neuzuzüger für die ‹Zürichsee-Zeitung›. Anlass war der ‹Fall Diggelmann› in Erlenbach. Eine Seklehrerin hat in der Schule aus Diggelmanns Buch ‹Mein Name ist Thomy› gelesen. Das war nicht altersgerecht. Denn in dem Buch werden ordinäre Wörter verwendet und Offiziere beleidigt.» Dem sei hier höchstens eine kleine Korrektur angefügt: Der Titel von Walter Matthias Diggelmanns Roman ist «Ich heisse Thomy».

Das Schweizer Fernsehen griff das Thema damals dankbar auf und sorgte für ein landesweites Echo. Dazu Schärer im erwähnten Interview in der «Zürichsee-Zeitung»: «Ich merkte, dass der Leserbrief ein gutes Instrument ist, um mit den Leuten wahrnehmungsstark zu kommunizieren.»

So finden sich unter den fleissigsten LeserbrieflerInnen, etwas pauschal klassifiziert: ein linker Systemkritiker, ein rechter Berufsschweizer, eine sozial engagierte Gesundheitsfachfrau und eine selbsternannte Stimme der «vernünftigen Mitte». Wirft diese Galerie der Fleissigsten nicht ein wunderbar ausgewogenes Licht auf das Wesen der Demokratie im Spiegel der (LeserInnenbrief-)Presse?

Heinrich Frei wirkt trotz seines fortgeschrittenen Alters hellwach und aufmerksam. Er gerät – schneidet man das für ihn «richtige» Thema an, zum Beispiel Kriege und Kriegsmaterialexporte, Bewaffnung und Neutralität, Häuserabbruch und Sozialleistungen – schnell einmal in Fahrt und vertritt seine Position mit Temperament und Engagement. Frei ist ein durch und durch politischer Mensch, Mitglied der Gruppe für eine Schweiz ohne Armee (GSoA), Vorstandsmitglied im Schweizerischen Friedensrat und in der privaten Hilfsorganisation für Somalia, Swisso Kalmo.

Stoff für Sammelbände

Den Wandel in der Zeitungsbranche hat Frei sehr bewusst miterlebt. «In den guten Zeiten», erinnert er sich, «bezahlte der ‹Tages-Anzeiger› dreissig Franken für einen abgedruckten Brief.» Damals, in den siebziger Jahren, seien die LeserInnenbriefe äusserst aufmerksam gelesen worden – nicht nur vor Drucklegung von einem eigens dafür zuständigen Leserbriefredaktor (beim «Tagi» war das über Jahre der in Zürich stadtbekannte Yves A. Bebié), sondern nach Erscheinen genauso akribisch vom selbsternannten «Subversivenjäger» Ernst Cincera und gegebenenfalls von der Bundespolizei. Als Pazifist und Kriegsdienstgegner sah sich Frei schon sehr früh fichenmässig erfasst.

Selbstredend stapeln sich bei mehreren der hier vorgestellten LeserbriefautorInnen die Ordner mit ihrem Lebenswerk. «Das alles ergäbe ein ganz schön dickes Buch», schwärmt der Vielschreiber Pascal Merz vor seinem Archiv, das heute insgesamt «wohl etwa 4000 oder 5000 Briefe» umfasst.

Frei und Schärer können derweil längst dicke Broschüren mit ihren Texten vorzeigen. Von Schärer ist 1994 unter dem Titel «Standpunkte» ein Band mit Leserbriefen – und drei Vorworten, das prominenteste von Altbundesrat Rudolf Friedrich – erschienen, von Frei zwei Sammelbände mit Texten aus der «Neuen Rheinischen Zeitung», heute ein aufklärerisches linkes Onlinemedium, das sich in der Nachfolge des 1848 von Karl Marx und Friedrich Engels gegründeten «Organs der Demokratie» sieht. Frei wie Schärer schreiben auch längere Zeitungsartikel und streben spürbar eine gewisse journalistische Qualität an, Schärer etwa mit seinen damaligen Gastkommentaren für Markus Somm in der «Basler Zeitung». Bei Merz sind Themen und Meinungen für ein Buch dann doch zu beliebig, und Landert ist von solchen Ambitionen völlig frei: Sie löscht ihre LeserInnenbriefe auf dem Laptop regelmässig und endgültig.

Heute liefern diese FreizeitschreiberInnen wohl die letzten Zeugnisse einer aussterbenden Kultur, Nebenprodukte des Printzeitalters, das sich auf allen Ebenen sichtbar – und vor allem lesbar – zu verabschieden droht. In der Hochblüte der Zeitungskultur gehörten auf Artikel reagierende LeserInnen zwingend zum Geschäftsmodell, denn sie erst signalisierten mit ihren Reaktionen, dass ein Thema in der Öffentlichkeit angekommen war. Je höher die Zahl der Leserinnenbriefe, die ein Ereignis oder ein Kommentar provozierte, umso aktueller das Thema, umso kontroverser die Diskussion.

Beim «Blick» kannte man noch einen zusätzlichen Grund, den LeserInnenmeinungen eine besondere Bedeutung zuzuschreiben, und beschäftigte dafür über viele Jahre vollamtliche LeserbriefredaktorInnen. «Wir wussten sehr genau», erinnert sich Karl Lüönd, der von 1974 bis 1980 in wechselnden Positionen beim «Blick» tätig war, «je mehr Leserbriefe wir bekommen, desto mehr unerwartete Geschichten haben wir im Blatt.»

So war das einmal. Damals musste, wer seine Meinung öffentlich kundtun wollte – ob nun im nationalen Intelligenzblatt oder im bescheidenen Lokalmedium –, in der Lage sein, einen Gedanken zu fassen und diesen in einen inhaltlich verständlichen und sprachlich einigermassen korrekten Satz zu kleiden. Wenn aus dem Text dann ein persönliches Anliegen oder eine Überzeugung sprach, die den Leser und die Leserin zu eigenen Überlegungen motivierten – umso besser! So erfreuten sich damals in manchen Blättern die LeserInnenbriefspalten mindestens so hoher Beachtung wie der jeweilige Leitartikel.

Ein Genre stirbt aus

In der digitalen Kultur dagegen fühlt sich bald jeder und jede berufen, zu welchem Thema auch immer einen persönlichen Kommentar abzusondern. Klares Denken und logisches Argumentieren sind keine Voraussetzungen mehr für die aktive Teilhabe an der öffentlichen Meinungsbildung. Da genügt in der Regel ein – gern auch ausfälliges, beleidigendes – Wort oder ein knapper Satz mit Ausrufezeichen. Nicht von ungefähr ermahnen heute die Zeitungsredaktionen ihre LeserInnenschaft regelmässig, bei Stellungnahmen doch bitte einen gewissen Anstand zu wahren.

Derlei Rempeleien waren früher eher die Ausnahme. So passierte etwa Roger E. Schärer, der sich im Frühjahr 2014 vor der eidgenössischen Abstimmung über den Kampfjet Gripen entschieden gegen den Kauf ausgesprochen hatte, Folgendes: «Ich wurde ‹A-loch› und ‹Landesverräter› geschimpft, den man an die Wand stellen sollte. Mir wurden menschliche Exkremente geschickt.» Auch das erzählte Schärer im bereits zitierten Interview mit der «Zürichsee-Zeitung» vom 7. Juli 2014, in dem er auch erwähnte, dass ihm seine Leserbriefe «die Frühpensionierung eingebracht» hätten, ohne da aber ins Detail zu gehen. Der wahre Grund, dass er seinen Job als Direktor für «Executive Relations» der Credit Suisse verlor, war aber, wie das Nachrichtenmagazin «Facts» enthüllte, ein ganz bestimmter Leserbrief: In der «SonntagsZeitung» vom 1. Juli 2001 hatte Schärer die Ermordung des Rabbis Abraham Grünbaum auf offener Strasse in Zürich in Zusammenhang mit der Diskussion um die nachrichtenlosen Konten auf Schweizer Banken gebracht, was der Credit Suisse arge Probleme bescherte.

Pascal Merz verhalfen seine Leserbriefe immerhin zu lokaler Berühmtheit. 2011 kandidierte er, wenn auch erfolglos, als Luzerner Kantonsrat für die SP, ohne damals Mitglied der Partei gewesen zu sein. Das ist er inzwischen zwar, sieht sich aber eigentlich «als Wirtschaftsliberaler am ehesten in der GLP», was wiederum einen Hinweis auf sein liquides Weltbild gibt.

Wie bei den Inseraten und den Texten ist in den Zeitungen auch der Raum für die LeserInnenbriefe arg geschrumpft. Beim «Tages-Anzeiger», der heute auflagenstärksten Tagesbezahlzeitung der Schweiz, sind das inzwischen oft gerade mal noch zwei halbseitige Spalten. Entsprechend beschränkt sich die Auswahl auf jeweils drei oder vier Meinungen zu einem oder zwei Themen. Bei der Konkurrenz dasselbe Bild. Wir stehen folglich vor einer beklagenswerten Verarmung eines einst beliebten und viel beachteten Forums: Für den Verfasser und die Verfasserin eines LeserInnenbriefs wird die Chance, ihre Meinung öffentlich artikulieren zu können, sie also auch gedruckt zu sehen, zunehmend zur Lotterie.

Die Briefe von Heinrich Frei, Pascal Merz, Beatrice Landert und Roger E. Schärer aber sind auf den Redaktionen bis heute bestens eingeführt: So schrieb Heinrich Frei gerade erst kürzlich in der «Basler Zeitung» über den Klimawandel und seine Wirkung auf die armen Länder, Pascal Merz in der «SonntagsZeitung» über die italienische Opposition, Beatrice Landert in der «Zürichsee-Zeitung» über die Street Parade und ihre Folgen – und Roger E. Schärer im gleichen Blatt über die Abzocke auf dem Finanzplatz Schweiz.

Sie werden wohl auch weiterhin noch zu lesen sein.

LeserInnenbriefe in der WOZ

Kritik erwünscht, Kürzungen vorbehalten

In der WOZ sind die LeserInnenbriefe seit einigen Jahren auf der zweitletzten Seite (Seite 27) platziert. In den achtziger Jahren, den Anfangszeiten der WOZ, erschienen sie noch fast seitenfüllend auf Seite 2.

Gab es zwischenzeitlich Phasen, da nur wenige Briefe auf der Redaktion eintrafen, so hat sich der Zufluss seit geraumer Zeit wieder vergrössert. 2019 wurden bislang im Schnitt pro Woche etwa 7 LeserInnenbriefe gemailt oder geschickt, insgesamt rund 220. Davon kamen in den bisher 33 Ausgaben rund 60 Briefe ins Blatt, knapp 2 pro Ausgabe. Bevorzugt werden Texte, die sich auf WOZ-Artikel beziehen. Oft müssen sie gekürzt werden.

Heinrich Frei und Pascal Merz, zwei der hier porträtierten LeserbriefautorInnen, sind regelmässig auch in der WOZ zu lesen. Von Frei erschien letztmals im April (WOZ Nr. 16/19) ein Brief zum Thema «Videospiele und Sexismus» (WOZ Nr. 13/19). Darin schreibt er: «Für Armeen sind speziell Ego-Shooter-Games positiv. Kriege werden in diesen Spielen meist verherrlicht und als etwas Alltägliches dargestellt. Die Rekrutierung von Berufssoldaten in den USA, Deutschland und anderswo wird so erleichtert. In Games werden auch Feindbilder aufgebaut, die notwendig sind, um Kriege überhaupt führen zu können.»

Pascal Merz war zuletzt in der WOZ Nr. 4/19 zu lesen, mit einer Reaktion auf den Text «Brexit: Viele Optionen, aber alle sind schlecht» (WOZ Nr. 3/19). Darin fragt sich Merz, «was sich die britischen Politiker eigentlich von den Verhandlungen mit der EU versprochen haben. Schliesslich wollte Grossbritannien aus der EU austreten und nicht umgekehrt. Bleibt die Kernfrage: Wie will die politische Mehrheit in Grossbritannien austreten? Gar nicht, vertraglich geregelt oder ungeregelt?»

Lässt auch Sie ein Text in der WOZ nicht mehr in Ruhe? Sind Sie bei der Lektüre auf Behauptungen gestossen, die Sie widerlegen wollen? Oder zum Schluss gekommen, dass wichtige Aspekte vergessen gingen? Schicken Sie Ihre LeserInnenbriefe per E-Mail an briefe@woz.ch oder per Post an WOZ Die Wochenzeitung, LeserInnenbriefe, Hardturmstrasse 66, 8031 Zürich.  

Adrian Riklin

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