Nr. 02/2020 vom 09.01.2020

Krempel braucht Strom

Von Stephan Pörtner

Dr. Zinkweiss befand, dass die Theorie, nach der das Befriedigen des Besitzanhäufungstriebs nachhaltiger sei, wenn schon vor langer Zeit hergestellter, sogenannter Vintagekrempel erstanden werde, der dadurch noch länger nicht in den Verbrennungsöfen lande und dort die in früheren Zeiten grosszügig verwendeten Giftstoffe freisetze, nur bedingt richtig sei. Zwar sei so eine Sammlung von Rössler-Geschirr oder Vinylschallplatten hübsch anzusehen, brauche aber einigen Platz, was wiederum die Wohnfläche und damit den Heizbedarf steigere, während eine MP3-Sammlung keinen Platz brauche und erst noch Streaming-Strom spare. Zudem berge das Umgebensein mit altem Kram die Gefahr, kauzig zu werden und den Anschluss zu verpassen‪.‬

Stephan Pörtner ist Krimiautor («Köbi der Held», «Stirb, schöner Engel», «Mordgarten») und lebt in Zürich. Im September ist sein neuer Köbi-Krimi, «Pöschwies», im Bilgerverlag erschienen. Für die WOZ schreibt er Geschichten, die aus exakt 100 Wörtern bestehen. Eine Auswahl unter dem Titel «100 Mal 100 Wörter» sowie «Mordgarten» und «Pöschwies» sind im WOZ-Shop www.woz.ch/shop als Buch erhältlich.

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