Nr. 50/2020 vom 10.12.2020

Die eigene Sucht veredeln

Von Stephan Pörtner

Das Anhäufen halbantiker, sogenannter Vintage-Plattenspieler, die nicht viel Geld kosteten, aber viel Platz wegnahmen, zumal sie noch mit unzähligen Tonträgern ergänzt wurden, ohne die Bibertrog bisher ganz ordentlich durchs Leben gekommen war, liess sich je länger, je weniger rechtfertigen. Das Unterstützen von Kleinhändlern während der Coronakrise war ein ebenso fadenscheiniger Grund wie der, damit für etwelche, noch gar nicht geborene Familienmitglieder das nötige Gerät samt Grundausstattung bereitzuhalten, sollten sie denn eines Tages von derselben Kaufsucht befallen werden, was so unwahrscheinlich nicht sei, da Suchtverhalten durchaus genetisch, also vererbbar sei, wie Bibertrog noch behauptete, als der Brockenhauslaster vor der Tür stand.

Stephan Pörtner ist Krimiautor («Köbi der Held», «Stirb, schöner Engel», «Mordgarten») und lebt in Zürich. Letzten Herbst ist sein neuster Köbi-Krimi, «Pöschwies», im Bilgerverlag erschienen. Für die WOZ schreibt er Geschichten, die aus exakt 100 Wörtern bestehen. Eine Auswahl unter dem Titel «100 Mal 100 Wörter» sowie «Mordgarten» und «Pöschwies» sind im WOZ-Shop www.woz.ch/shop als Buch erhältlich.

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