Nr. 05/2020 vom 30.01.2020

Unmengen Fruchtbestände

Von Stephan Pörtner

Alle zwei Jahre steht die Aufgabe ins Haus, die Vorratsschränke von den ungefragt geschenkten Konfitüren zu befreien. Warum die Leute davon ausgehen, dass man Bedarf nach solchen hat und diese einem in allen erdenklichen Geschmacksrichtungen munden, von kreativen Eigenkreationen bis nach Gratiszeitungsrandspalten-Rezepten hergestellten Aufstrichen, ist unerforscht. Allerdings ist das Herstellen dieses klebrigen Breis nicht schwierig und angesichts unbedacht gepflanzter, zur Unzeit mit Unmengen gereifter Fruchtbestände behangener Gewächse nachvollziehbar. Woher aber stammen die nicht selbstgemachten Exemplare? Hat man diese gar selber gekauft, um aus lauter Gewohnheit von exotischen Konfitüren umgeben zu sein, die zu verzehren einem nie in den Sinn käme?

Stephan Pörtner ist Krimiautor («Köbi der Held», «Stirb, schöner Engel», «Mordgarten») und lebt in Zürich. Im September ist sein neuer Köbi-Krimi, «Pöschwies», im Bilgerverlag erschienen. Für die WOZ schreibt er Geschichten, die aus exakt 100 Wörtern bestehen. Eine Auswahl unter dem Titel «100 Mal 100 Wörter» sowie «Mordgarten» und «Pöschwies» sind im WOZ-Shop www.woz.ch/shop als Buch erhältlich.

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