Nr. 22/2020 vom 28.05.2020

Schweden, die Vorzeigeschweiz

Ruedi Widmer über zwei Länder, zwei Systeme

Von Ruedi Widmer

Ein sozialdemokratisch geprägtes skandinavisches Land, mit chaotischen Vororten in Göteborg und Stockholm, die von zugewanderten muslimischen Flüchtlingsmassen überquellen; mit schiessenden Drogenbanden; mit Quartieren, in die sich die Polizei nicht mehr hineingetraut – Schweden, wie wir es in den letzten zehn Jahren kennengelernt haben.

Sogar der Sohn des New Yorker Immobilienhändlers Fred C. Trump, Donald, hatte im Februar 2017 das Land stark kritisiert: «Schaut, was letzte Nacht in Schweden passiert ist», sagte er an einer Kundgebung. Ohne genauer darauf einzugehen, was er meinte. 2017 fand in Stockholm auch ein islamistisch motivierter Terroranschlag durch einen Usbeken mit vier Todesopfern statt. Die Deutsche Alice Weidel (AfD) kritisierte damals via Twitter den schwedischen Ministerpräsidenten Kjell Stefan Löfven, der sagte: «Wir werden unser Verhalten (wegen der Terroristen) nicht ändern.» Die «Weltwoche» liess bereits 2013 verlauten, der Multikultistaat Schweden sei gescheitert. Das vergenderte Schweden, das sozialdemokratische Wohlfahrtsland, ein Dorn in den Augen der RechtspopulistInnen in ganz Europa. Der Ort, an dem sich der Abgrund auftut, der dereinst das ganze Abendland verschlucken wird.

Doch plötzlich war die Rechte wieder voller Lob für den gescheiterten Wikingerstaat: Trotz einer sozialdemokratisch-grünen Minderheitsregierung seit 2019 empfand man den Umgang mit Corona 2020 vorbildlich. Schweden machte alles anders als die anderen – das passte natürlich den QuerulantInnen und diesmal auch Alice Weidel, die es begrüsste, dass die Schweden ihr Verhalten nicht ändern wegen Corona (nicht nur vier, sondern bis heute 4220 Tote). Die «Weltwoche», die NZZ und viele weitere Leidblätter, auch in Deutschland, riefen zur schwedischen Herdenimmunisierung auf, zu Ansteckungspartys und königlichem Ungehorsam in den nichtschwedischen Ländern. Schweden sollte unser Vorbild sein. Denn Schweden habe kaum Tote und seine Wirtschaft blühe, während die anderen versiechten.

Doch ist Schweden wirklich besser als die Schweiz? Wir vergleichen gewisse Parameter:

Volksheim – Volkspartei
Elch – Milch
Knäckebrot – Käsebrot
Bullerbü – Fondü
Schwedenkasten – Schwitzkasten
ABBA – Peter, Sue und Marc
ABBA – AB-BA (vgl. «Selbstinszenierung, Skandal, Versagen»)
Nordkap – Nordring
Volvo – Ovo
IKEA (Sverige) – IKEA (Schweiz)
Rentier – Rentner
Pippi Langstrumpf – Eveline Widmer-Schlumpf
Keine Coronatoten – Viele CoronademonstrantInnen
Roxette – Rolex
Wikinger – Egerkinger
Göteborg – Gölä
Stockholm – Stock im Arsch
Björn Borg – Bern-Nord
Malmö – Palmöl
Olof Palme – Paul Klee
Linköping – Rechtsköppel
Thunberg – Zürichberg
Uppsala – Hoppsala
Gävle – Käfele
Schwedische Gardinen – Schweizer Salinen
Öresund – Oerlikon
Findus – Sugus
Schwedentorte – Coronatote
Electrolux – Fiat Lux

Die Schweiz schneidet in der Tat deutlich schlechter ab als Schweden. Die Rechten haben durchaus recht. Die Schweiz hat beispielsweise keine Greta Thunberg vorzuweisen – eine Schande für unser Vaterland. Oder weit und breit ist kein Volksheim zu finden. Da gäbe es in der Schweiz viel zu verbessern. Während in Schweden die Elchherden komplett immunisiert sind, haben unsere Kuhherden immer wieder Krankheiten. Das haben wir dem Bauernstand zu verdanken.

«Abba das ist doch alles Chabis.»

Ruedi Widmer war noch nie in Schweden, besitzt aber mehrere ABBA-Alben.

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