Nr. 29/2020 vom 16.07.2020

Wie wärs mit Meinungsrabatt?

Von Stephan Pörtner

Dass die Zeitungsverlage nicht über die vom Publikum eingeforderte Anpassungsfähigkeit und Flexibilität verfügten, zeigte sich für Attenkopfer darin, dass ihr digitales Abonnementsmodell auf der jahrhundertealten Formel beruhte, bei der die Frist, nicht aber der Inhalt bestimmt werden konnte. Dabei war er vom Erfolg eines Abonnements überzeugt, bei dem der Prozentanteil aller Meinungsbeiträge, Kolumnen, Gast- und anderen Kommentare am Gesamtumfang der Zeitung berechnet, gesperrt und vom Preis abgezogen würde. Ein derart entschlacktes Angebot ersparte viel morgendliches Leid. Er vermutete, dass der Widerwille von Chefredaktionen und Geistesgrössen, ihre Gratismeinung dem sonst so viel gepriesenen freien Markt auszusetzen, diesem Modell im Weg stand.

Stephan Pörtner ist Krimiautor («Köbi der Held», «Stirb, schöner Engel», «Mordgarten») und lebt in Zürich. Im September ist sein neuer Köbi-Krimi «Pöschwies» im Bilgerverlag erschienen. Für die WOZ schreibt er Geschichten, die aus exakt 100 Wörtern bestehen. Eine Auswahl unter dem Titel «100 Mal 100 Wörter» sowie «Mordgarten» und «Pöschwies» sind im WOZ-Shop www.woz.ch/shop als Buch erhältlich.

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