Nr. 44/2021 vom 04.11.2021

Eine Frage der Ästhetik

Von Stephan Pörtner

Während in den konservativen, ländlichen Gegenden die Fotovoltaikanlagen auf den Hausdächern weit verbreitet waren, sah man diese in den rot-grünen Städten eher selten, weil es in der Stadt auch darauf ankam, wie es aussah. Selbst Solaranlagen auf Dächern, die nur von wenigen Nachbarn gesehen werden konnten, mussten strenge ästhetische Auflagen erfüllen, was die Bautätigkeit deutlich einschränkte oder verhinderte. Auf dem Land hingegen kam es nicht darauf an, niemand ausser den Besitzer:innen – und oft nicht einmal diese – empfanden ihre Häuser als schön, wie auch, es waren Einfamilienhäuser. Darum war eine Verschandelung derselben durch Solarpanels kaum möglich, Hauptsache, die Landschaft war hübsch.

Stephan Pörtner ist Krimiautor («Köbi der Held», «Stirb, schöner Engel», «Mordgarten») und lebt in Zürich. Im Herbst 2019 ist sein neuster Köbi-Krimi, «Pöschwies», im Bilgerverlag erschienen. Für die WOZ schreibt er Geschichten, die aus exakt 100 Wörtern bestehen. Eine Auswahl unter dem Titel «100 Mal 100 Wörter» sowie «Mordgarten» und «Pöschwies» sind im WOZ-Shop www.woz.ch/shop als Buch erhältlich.

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