Nr. 08/2022 vom 24.02.2022

Die Epoche der Wintersportausübung

Von Stephan Pörtner

Ganz allgemein ist es gut möglich, dass kommende Generationen einst mit Kopfschütteln auf die Epoche der Wintersportausübung schauen, diesen als eine besonders bizarre Form des Naturerlebnisses beurteilen werden, waren die Menschen doch mit unhandlicher Ausrüstung und zur gleichen Zeit in die Berge gezogen, um daselbst wie auch auf dem Hin- und Rückweg einen Flaschenhals nach dem anderen zu produzieren. Von immer grösseren und hässlicheren Anlagen hinaufgeschleppt, rutschten sie die Hänge hinunter, sassen auf Terrassen und tranken am heiterhellen Tag alkoholische Getränke, um dann bei der Talfahrt ineinanderzurauschen und Verletzungen zu erleiden, von denen sie noch Jahre später geradezu begeistert berichteten.

Stephan Pörtner ist Krimiautor («Köbi der Held», «Stirb, schöner Engel», «Mordgarten») und lebt in Zürich. 2019 ist sein letzter Köbi-Krimi, «Pöschwies», im Bilgerverlag erschienen. Für die WOZ schreibt er Geschichten, die aus exakt 100 Wörtern bestehen. Eine Auswahl unter dem Titel «100 Mal 100 Wörter» sowie «Mordgarten» und «Pöschwies» sind im WOZ-Shop www.woz.ch/shop als Buch erhältlich.

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