Nr. 52/2020 vom 24.12.2020

Traditionell wenig zu sehen

Von Stephan Pörtner

In diesem Jahr war es auch nicht möglich, aus Anlass des Jahreswechsels mit Champagner-, Prosecco- oder Cavaflaschen bewehrt, einander auf den Füssen zu stehen und den Nacken zu verrenken, weil in den hochnebligen Himmel anscheinend ein Feuerwerk geböllert wurde, von dem traditionell wenig zu sehen war. Dabei sollte, wer in einer Stadt wohnt und das 30. Lebensjahr überschritten hat, genug Pyrotechnik für das ganze Leben gesehen oder zumindest erahnt haben. Feuerwerk ist nur von den guten Plätzen aus zu geniessen, will heissen: Boot und Balkon für die, die etwas sind, Plattfüsse für den Rest, der das auch noch begeistert begiesst.

Stephan Pörtner ist Krimiautor («Köbi der Held», «Stirb, schöner Engel», «Mordgarten») und lebt in Zürich. Letzten Herbst ist sein neuster Köbi-Krimi, «Pöschwies», im Bilgerverlag erschienen. Für die WOZ schreibt er Geschichten, die aus exakt 100 Wörtern bestehen. Eine Auswahl unter dem Titel «100 Mal 100 Wörter» sowie «Mordgarten» und «Pöschwies» sind im WOZ-Shop www.woz.ch/shop als Buch erhältlich.

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