Nr. 13/2022 vom 31.03.2022

Die Sache mit dem Frieden

Von Stephan Pörtner

Es zeigte sich wieder einmal, dass das mit dem in Frieden leben so eine Sache war. Als trügerisch erwies sich die Taktik, auf Vernunft und Zurückhaltung zu setzen, nachsichtig zu sein und nicht gleich zu vergelten, wenn jemand seinen Machtbereich ausdehnte, um des lieben Friedens Willen, weil man sich nicht in Konflikte verwickeln lassen wollte, die eigentlich die Sache nicht wert waren. Wer keinen Ärger wollte, zog im Kleinen wie im Grossen wohl immer dann den Kürzeren, wenn eine Person auftrat, der das Ärger machen und haben eine tiefe innere Befriedigung war, und die nicht daran dachte, Ruhe zu geben.

Stephan Pörtner ist Krimiautor («Köbi der Held», «Stirb, schöner Engel», «Mordgarten») und lebt in Zürich. 2019 ist sein letzter Köbi-Krimi, «Pöschwies», im Bilgerverlag erschienen. Für die WOZ schreibt er Geschichten, die aus exakt 100 Wörtern bestehen. Eine Auswahl unter dem Titel «100 Mal 100 Wörter» sowie «Mordgarten» und «Pöschwies» sind im WOZ-Shop www.woz.ch/shop als Buch erhältlich.

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