Kampf um Rechte : Wie ghanaisch ist Ihr Auto?

Nr.  13 –

In der Debatte um ein neues Anti-LGBT-Gesetz wird im westafrikanischen Ghana unter anderem verhandelt, was ghanaisch sei und was westlicher Import. Queere Personen leiden derweil unter zunehmenden verbalen und physischen Attacken. Und wehren sich.

    Va-Bene Elikem Fiatsi steht in einem gekachelten Raum mit Waschbecken und Spiegel. Sie trägt ein rotes Kleid mit Blumenmuster und hat die zu dünnen Zöpfen geflochtenen Haare in einem Dutt hochgebunden. Während sie ihre Wangen einseift und mit einem Einwegrasierer die durch die Kameralinse nicht sichtbaren Bartstoppeln entfernt, singt sie auf Ewe, einer im Südosten Ghanas verbreiteten Sprache. «Rituals of Becoming», Rituale des Werdens, lautet der Titel dieses Livevideos, das Alltag und Performance in einem ist. Man kann Fiatsi an diesem Sonntag im Februar auf Instagram dabei zusehen, wie sie sich rasiert, wäscht, die Zähne putzt, dazwischen singt und ab und zu direkt in die Kamera spricht. Sie glaube nicht mehr an Gott, wird Fiatsi später sagen. Trotzdem spielen Rituale und religiöse Symbolik eine wichtige Rolle in ihrer Kunst. Bei dem, was Fiatsi heute erzählt, geht es aber um Politik. Das merkt auch, wer kein Ewe versteht. Mehrmals fallen nämlich englische Begriffe, einer besonders häufig, nämlich «LGBT»: die Bezeichnung für lesbische, schwule, bisexuelle und trans Personen, die in Ghana künftig umfassend kriminalisiert werden, nein, die gar nicht mehr existieren sollen. Und zu denen sich die Künstlerin und Aktivistin selbst zählt.

    Die Kirche als Armee

    Die Mehrheit der ghanaischen Bevölkerung wird den Tag ebenfalls mit Ritualen begonnen haben – denn Sonntag ist Kirchentag. Abgesehen vom Norden des Landes, in dem ein Grossteil der rund zwanzig Prozent Muslim:innen leben, ist das Land christlich geprägt. Ab sieben Uhr morgens ist die Luft erfüllt von den durch Mikrofone und Boxen verstärkten Predigten und Gesängen. Die Gottesdienste werden in Sprachen wie Twi, Ga, Ewe oder Englisch abgehalten und finden sowohl in den kleinsten Dörfern als auch in den grossen Städten statt – mal in halb offenen Steinkonstruktionen mit Plastikstühlen, mal in riesigen, mit Klimaanlagen, Teppichen und Hi-Fi-Soundanlagen ausgerüsteten Hallen stillgelegter Fabriken. Rund siebzig Prozent der Ghanaer:innen bekannten sich bei der letztjährigen Zensusbefragung zum christlichen Glauben. Fast die Hälfte davon gehören den sogenannten Pfingst- und charismatischen Kirchen wie der Church of Pentecost, der International Central Gospel Church oder den Assemblies of God an. Charakteristisch für diese evangelikalen Kirchen sind die zentrale Bedeutung des Heiligen Geistes und mystische Elemente. Seit den späten neunziger Jahren versuchen sie ausserdem zunehmend, politisch Einfluss zu nehmen.

    «Equipping the church as an army to possess the nations», auf Deutsch «Die Kirche als Armee ausrüsten, um die Nationen zu besitzen», lautet das diesjährige Motto der Church of Pentecost. Es macht deutlich, dass sich deren missionarischer Eifer längst nicht nur auf die geistliche Sphäre beschränkt. Ein Thema, das die Church of Pentecost besonders stark bearbeitet, sowohl an den sonntäglichen Gottesdiensten wie auch bei Medienauftritten, ist eine Gesetzesvorlage, die seit dem letzten Sommer den öffentlichen Diskurs in Ghana beschäftigt: das «Gesetz zur Förderung ordentlicher menschlicher Sexualrechte und ghanaischer Familienwerte». Hinter dem Titel verbirgt sich ein Regelwerk, das praktisch alle Formen von Genderidentitäten und sexuellen Orientierungen, die von Cisgeschlechtlichkeit und Heterosexualität abweichen, kriminalisieren und Konversionstherapien institutionalisieren will. Darüber hinaus können, wenn es nach den Initiant:innen geht, auch für das blosse Engagement für die Rechte von homosexuellen, trans- oder intergeschlechtlichen Personen künftig Haftstrafen drohen. Auch die Denunzierung vermuteter LGBT-Personen soll zur Pflicht werden.

    Wird das Gesetz in der vorliegenden Form angenommen, droht auch Va-Bene Fiatsi eine hohe Busse oder eine Gefängnisstrafe von drei bis fünf Jahren. Für Videos wie das vom Sonntag, in dem sie ihre Identität als trans Frau öffentlich thematisiert. Dafür, dass sie sich als Aktivistin mit Gesicht und Namen für die Rechte queerer Menschen einsetzt. Die Vierzigjährige kennt jene Kreise gut, die ihr grundlegende Menschenrechte aberkennen wollen, denn vor ihrer Transition zur Frau war Fiatsi nicht nur gläubiger Christ, sondern auch Prediger für die pfingstliche Freikirche Assemblies of God.

    «Hass habe ich nie gepredigt», sagt die Künstlerin über ihre mehrjährige Tätigkeit, während deren sie ab und zu auch von anderen Kirchen wie der Church of Pentecost eingeladen wurde. Ihr Bruch mit dem institutionalisierten Christentum erfolgte praktisch zeitgleich wie die Auseinandersetzung mit ihrem Geschlecht. Sie befand sich damals, vor etwas mehr als zehn Jahren, mitten im Kunststudium in Kumasi, das sie nach einer ersten pädagogischen Ausbildung aufgenommen hatte. «Ich begann, meine Beziehung zu meiner Genderidentität zu erforschen, experimentierte etwa mit Frauenkleidern.» Ihre Transition sei ein teilweise sehr schmerzhafter Prozess gewesen, mit dem sie auch unter den angehenden Künstler:innen oft auf Ablehnung gestossen sei. «Einige schauten mich an, als wäre ich von Dämonen besessen.» Sie hängte erst das Predigen an den Nagel, dann die Malerei. Stattdessen widmete sie sich der Performancekunst, die viel direktere Interventionen mit der Gesellschaft erlaube. «Es war nicht wirklich eine Wahl, sondern eine Notwendigkeit.»

    Kunst mit verdeckter Kamera

    Heute steht Va-Bene Fiatsi im Innenhof ihrer «PerfocraZe International Artists Residency» in einem Wohnquartier im Osten Kumasis. Es ist Mittag und 35 Grad heiss, Fiatsi trägt ein rotes Samtkleid aus ihrem riesigen Fundus und geht barfuss über den Platz vor dem einstöckigen weissen Haus, das Residency, Studio und Zuhause zugleich ist. Nach einer Führung durch Aussen- und Innenräume setzt sie sich in ein kleines, dunkles Zimmer mit Beamer und Laptop und präsentiert den fünf Künstler:innen aus Ghana, Deutschland und Malaysia, die bei ihr zu Gast sind, einen Auszug ihres Schaffens der vergangenen Jahre. «Meine Kunst ist nicht von meinem Aktivismus zu trennen», sagt sie, und während der zweistündigen Präsentation wird klar, was sie meint. Videoauszüge von Performances wechseln sich mit verdeckten Aufnahmen von Grenzkontrollen an Flughäfen ab. Ob sie sich bei einer Performance an einer Hauptstrasse ganz in der Nähe des Hauses fast nackt und mit Lehm bedeckt mit Eisenketten an ein Kreuz fesseln lässt oder ob sie versucht, sich gegen Zollbeamt:innen zu wehren, die darauf bestehen, ihre Genitalien zu untersuchen: Es geht stets um ihren Kampf, die Person sein zu dürfen, die sie ist. Und diesen muss sie nicht nur in Ghana führen, sondern auch während ihrer häufigen Reisen in den «Westen»: «Denn ich bin eine Schwarze trans Frau», betont sie.

    Zwei Tage nach der Präsentation reist Va-Bene Fiatsi in die Hauptstadt Accra. Am Morgen hat sie einen Termin beim Passbüro. Obwohl sie auf verschiedenen Identitätsdokumenten als Frau eingetragen ist, steht in ihrem neuen Pass unter Geschlecht wieder der Buchstabe «M» für «male». «Ich hatte heute keine Kraft, um zu streiten», wird sie später ruhig sagen. Kurz nach neun Uhr sitzt sie im Taxi Richtung Parlament, auf den Strassen staut sich wie üblich unter der Woche der Verkehr. Der Taxifahrer blickt Fiatsi durch den Rückspiegel an und fragt, wo sie herkomme. «Ich komme auch aus der Volta-Region!», ruft er freudig, als die Künstlerin erzählt, wo sie aufgewachsen ist. Sie wechseln ein paar Sätze in Ewe, er fragt sie über ihr Leben in Kumasi aus und wundert sich, dass sie die dort vorherrschende Sprache, Twi, nicht spricht. «Es war etwas schwierig für mich, in Kumasi Anschluss zu finden», sagt Fiatsi. «Weil ich eine trans Frau bin.»

    «Okay», sagt der Fahrer und lächelt verunsichert, während er geradeaus schaut und sein Auto durch den stockenden Verkehr lenkt.

    «Weisst du, was trans bedeutet? Es heisst, dass dein biologisches Geschlecht nicht mit deiner Genderidentität übereinstimmt.»

    «Okay … Also es geht um deine Arbeit?»

    «Nein, es geht um Genderidentität.»

    «Okay.»

    «Hast du noch nie in deinem Leben eine trans Frau getroffen?»

    «Nein», sagt der Taxifahrer nach kurzem Zögern und lacht verlegen.

    Sie wechseln das Thema, er erzählt von seinen Ausbildungsplänen, kurz darauf erreicht das Taxi sein Ziel. «Er wusste nicht mal, was das genau bedeutet, eine trans Frau», sagt Fiatsi, während sie zum Parlamentsgebäude geht, und schüttelt den Kopf. «Sie behaupten, dass die ghanaische Gesellschaft LGBT-Personen hasse, dabei wissen die meisten gar nicht, wofür die Buchstaben überhaupt stehen.» Auch wenn sie selbst schon gewalttätige Übergriffe erlebt hat, sagt sie, in persönlichen Interaktionen verstünden die Leute, dass sie ein Mensch wie alle anderen sei.

    «… als ob sie keine Menschen wären»

    «Lieber Herr, wir danken dir und ehren dich für diesen Morgen. Als Komitee werden wir uns heute verschiedene Positionen anhören und dafür beten, dass du uns durch diesen Prozess führst.» Die öffentliche Sitzung des Parlamentskomitees beginnt mit einem Gebet. An sechs zusammengeschobenen Holztischen sitzen die Parlamentarier:innen. Es sind mehrheitlich Männer, die meisten in dunklen Anzügen, zwei tragen traditionelle, bunte Kleidung. Unter ihnen befinden sich mehrere der acht Abgeordneten, die den Entwurf für das Gesetz eingereicht haben, um das es heute geht. Auch die Personen, die eine Stellungnahme dazu eingebracht haben, nehmen an einem der Tische Platz. Unter ihnen sind ein Pfarrer der Assemblies of God und zwei Vertreter von NGOs, die das Gesetz ablehnen. Es ist das dritte solche Hearing, das nächste findet in drei Wochen statt; wie viele weitere noch folgen, weiss niemand. Das Komitee hat den Auftrag, alle anzuhören, die eine Stellungnahme zum Gesetz eingereicht haben, und kann dieses überarbeiten, bevor es erneut ins Parlament gelangt.

    Es wird ein anstrengender Tag. Insbesondere die Vertreter der LGBT-Community sind stark gefordert. Sie werden mal mit Bibelzitaten, mal mit wissenschaftlichen Studien attackiert, sollen für alles Gesagte Beweise liefern und müssen vor allen Dingen: sehr viel erklären. Über Geschlechtervariationen, über die Art und die Anzahl der Übergriffe auf LGBT-Personen, darüber, was homosexuell genau bedeute. Einige Fragen sind ernst gemeint, andere sind berechnende Versuche, die LGBT-Community argumentativ fertigzumachen. Etwa als Parlamentarier wiederholt fragen, was denn «LGBT-Aktivitäten» seien – sie hoffen wohl, dass das Wort «Analsex» fallen wird –, oder als sie wiederholt Homosexualität mit Pädophilie in Verbindung bringen. Unterstützung aus dem Komitee erhalten die beiden NGO-Vertreter keine, denn bis jetzt hat sich niemand aus dem Parlament getraut, öffentlich gegen das Gesetz Stellung zu beziehen. Va-Bene Fiatsi sitzt die meiste Zeit still auf ihrem Stuhl im Zuschauerbereich, nur wenige Meter von den Redner:innen entfernt, die ihr faktisch das Existenzrecht absprechen. Sie zeigt nur ein einziges Mal Emotionen und beginnt, leise zu schluchzen. Nicht etwa nach einer besonders verletzenden Äusserung, sondern als Pro-LGBT-Sprecher Davis Mac-Iyalla sagt: «Es tut weh, wenn Sie über trans Personen reden, als ob sie keine Menschen wären. LGBT-Personen sind Eltern, Töchter und Söhne.»

    Koloniales Erbe Homophobie

    Wenn nicht gerade als «Krankheit» bezeichnet, wird LGBT während des Hearings wahlweise als «Bewegung», «Lifestyle» oder «Ideologie» diskreditiert. Als Manifestation einer Art Neokolonialismus, der vom Westen gefördert werde und die ghanaische Gesellschaft in ihren Grundfesten bedrohe, so das Narrativ rechtskonservativer Christ:innen. Dass die Frage, was unerwünschter westlicher «Import» sei, eine umstrittene ist, liegt auf der Hand. «Bei allem Respekt: Sie tragen einen Anzug, eine Brille, draussen steht Ihr Auto – nichts davon ist ghanaisch», verhöhnte kürzlich die emeritierte Professorin und Juristin Takyiwaa Manuh in einer Fernsehdebatte einen Bischof, der gegen LGBT-Personen wetterte. Doch was sind «ghanaische» Werte? «Gastfreundschaft und Liebe», sagt Va-Bene Fiatsi. Christlich und hetero, finden die Kirchen. Händchenhalten, meint Davis Mac-Iyalla während des Hearings. Er verweist darauf, dass es in Ghana bis vor kurzem üblich war, als Mann die Hand seines Bruders oder Freundes zu halten. «Heutzutage überlegen sich das die Leute zweimal, weil man so gleich als schwul gelabelt wird.» Der grassierende Konservatismus sei weder ghanaisch noch christlich noch muslimisch: «Er stammt aus der kolonialen Ära.»

    Tatsächlich ist Homophobie in Ghana in der Kolonialzeit verwurzelt. So wird der Abschnitt 104 des ghanaischen Strafgesetzbuchs mit dem Titel «Unnatürliches fleischliches Wissen», obwohl sehr vage in seiner Formulierung, faktisch als Verbot von Sex zwischen Männern interpretiert. Er ist ein Erbe der britischen Kolonialgesetze. Der Artikel kam aber in der Praxis selten zur Anwendung, und gleichgeschlechtliche Beziehungen waren, wenn auch nicht öffentlich, so doch ein Teil der gelebten Realität. Seit der Jahrtausendwende wird aber verstärkt Hass geschürt – allen voran von Kirchen wie der Church of Pentecost. Dass sich mit Homo- und Transphobie ausgezeichnet Identitätspolitik betreiben lässt, wurde jüngst in verschiedenen Studien untersucht. Gleichzeitig dienen solche Gesetze auch Einzelpersonen wie etwa dem Parlamentarier Sam George, einem Mitinitianten, zur Profilierung. Doch auch wenn das Gesetz auf das Konto der ghanaischen christlichen Rechten geht und sowohl von Kirchen als auch im Parlament grosse Unterstützung geniesst: Es ist Teil einer internationalen christlich-konservativen Agenda. Texas, Polen, Ungarn, Uganda oder Nigeria: Homo- und transphobe Gesetze sind en vogue – sehr zur Freude christlich-fundamentalistischer Organisationen aus den USA. Schlüsselfiguren dieser Kreise traten am 2019 in Accra stattfindenden World Congress of Families auf, wo zentrale Punkte des 2021 eingereichten Gesetzes bereits diskutiert wurden (vgl. «Weltweit gegen Abtreibung, LGBT und Aufklärung» im Anschluss an diesen Text). Kurz: Nichts an dem Gesetz ist spezifisch «ghanaisch».

    Wenige Tage nach dem Hearing im Parlament findet ein Gedenkanlass für das ein Jahr zuvor geschlossene LGBTQ-Zentrum in Accra statt. Es war das erste solche Zentrum in Westafrika. Der Ort, an dem die Feier stattfindet, wird erst am Tag der Veranstaltung per Mail jenen mitgeteilt, die sich registriert haben. Denn Übergriffe auf queere Personen hätten im vergangenen Jahr zugenommen, sagt Alex Kofi Donkor. Er ist der ehemalige Leiter des Zentrums und Präsident von LGBT Rights Ghana, einer NGO, die queere Personen direkt unterstützt, politische Arbeit leistet und bei der man Übergriffe melden kann. Den zunehmend gewalttätigen Diskurs führt Donkor, der am Gedenkanlass eine kurze Rede hält, insbesondere auf den Gesetzesentwurf zurück. Doch auch wenn es sich als queere Person in Ghana grundsätzlich gefährlich lebt, ist die Atmosphäre an diesem Abend gut. Nach dem andächtigen Teil, während dessen die rund dreissig Anwesenden ihre Erinnerungen teilen, treffen mehr Leute ein. Es gibt Fleisch vom Grill, Rotwein und Bier. Die Stimmung wird je länger, desto ausgelassener, und während im Garten Afrobeats aus den Boxen dröhnen, spielen einige auf der Veranda zuerst «Uno», dann «Wahrheit oder Pflicht».

    Trotzdem bleiben

    Ein paar Tage später sitzt Alex Kofi Donkor auf ebendieser Veranda an einem Tisch. Das geräumige Haus ist nicht nur der neue Treffpunkt der queeren Szene Accras, es ist auch Donkors Zuhause. Der Aktivist sagt, er befürworte Unterstützung vom «Westen»: «Finanziell, ideell, wir sind froh um jede Form von Hilfe und glauben auch, dass es gut ist, wenn die internationale Gemeinschaft Druck auf die ghanaische Regierung ausübt.»

    Auch Va-Bene Fiatsi ist froh um internationale Solidarität, findet aber, man müsse vorsichtig sein: «Der Kampf muss in erster Linie von Ghanaer:innen geführt werden. Menschen aus Europa können unsere Stimmen aber verstärken.» Anders als viele queere Ghanaer:innen haben Donkor und Fiatsi nicht den Wunsch, das Land zu verlassen. Zumindest nicht permanent: Von April bis Juni ist Va-Bene Fiatsi im Rahmen des Artists-in-Residence-Programms von Pro Helvetia im Berner Kulturzentrum Progr zu Gast. Sie spart Preisgelder und Honorare zusammen, um das Haus, in dem sich ihre Residency in Kumasi befindet, kaufen zu können – damit, falls das Gesetz durchkommt und sie im Gefängnis landen sollte, ihr Projekt weitergeht.