Zur neuen WOZ (1): Der Umzug beginnt

Nr. 11 –

Bald erscheint die WOZ in einem neuen Layout. Das sind die beiden Gestalter:innen.

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Foto von Melina Wilson und Martin Stoecklin
Melina Wilson und Martin Stoecklin Foto: Caroline Minjolle

Wenn alles klappt, wird es in sechs Wochen so weit sein: Am Donnerstag, 23. April 2026, erhält die WOZ ein neues Layout! An dieser Stelle wollen wir Sie, geschätzte Leser:innen, bis dahin in Werkstattberichten über einige der bevorstehenden Änderungen informieren. Denn mit einem solchen Relaunch, wie das in der Fachsprache heisst, verhält es sich ja ein wenig wie mit einem Umzug in eine neue Wohnung: Man packt lieb gewonnene Möbel ein, lässt ein paar zurück und erwirbt dafür einige neue. Auch das Kellerabteil will geräumt werden. Das alles ist mit furchtbar viel Nostalgie verbunden, aber gleichzeitig auch mit dem erfrischenden Geschmack des Aufbruchs.

Wann wir mit der Planung des Relaunchs begonnen haben, wissen wir selbst auch nicht mehr ganz genau. Unbestritten protokollarisch festgehalten ist allerdings, dass sich das Plenum der Genossenschaft infolink im April letzten Jahres dafür entschieden hat, dass das Studio «A Language» von Martin Stoecklin und Melina Wilson das neue Layout entwerfen sollte. Der Entscheidung, an der sich alle Mitarbeiter:innen der WOZ basisdemokratisch beteiligen konnten, war eine Ausschreibung unter ausgewählten Grafikbüros vorausgegangen. Für die Wahl von Stoecklin und Wilson sprach nicht zuletzt ihre hohe typografische Finesse, die für ein Leseprodukt wie die WOZ unabdingbar ist.

Melina Wilson studierte Grafikdesign in Lausanne und in Arnhem in den Niederlanden, Martin Stoecklin visuelle Kommunikation in Zürich. Seit 2019 arbeiten die beiden zusammen und werden für ihre Arbeiten regelmässig ausgezeichnet – soeben im Rahmen von «100 Beste Plakate» aus der Schweiz, Deutschland und Österreich. Apropos Plakate: Falls Sie die WOZ schon länger lesen, besitzen Sie vielleicht noch eines der Plakate, das Martin Stoecklin vor zehn Jahren für uns gegen die SVP-Durchsetzungsinitiative gestaltet hat.

In den letzten Monaten schickten die beiden unermüdlich neue Entwürfe aus ihrem Atelier in die WOZ-Produktionsabteilung, von Vorschlägen für die künftigen Titelseiten bis zu den Leser:innenbriefspalten. Auf den grössten Streitpunkt innerhalb der WOZ-Belegschaft, den wir in Minne auflösen konnten, werden wir in einer der nächsten Folgen eingehen. Fragt man Stoecklin und Wilson, was für sie bei der Erarbeitung des Layouts die grösste Herausforderung war, dann sagen sie: «Mit einer so grossen Struktur wie der WOZ zusammenzuarbeiten.»

Die Erfahrung, in einen demokratischen Prozess mit so vielen Stimmen einbezogen zu werden, sei für sie zwar nicht ganz neu, aber dennoch beeindruckend. Auch sei es ein wenig ungewohnt gewesen, kein klassisches Produkt zu entwerfen, sondern Werkzeug und Anleitungen, mit denen andere in der wöchentlichen Zeitungsproduktion erst an die Arbeit gehen werden. «Jede unserer Entscheidungen kann jahrelange Konsequenzen für andere haben.»

Über eine wegweisende Entscheidung informieren wir Sie gerne schon jetzt. Bestimmt interessiert es Sie bereits, für welche Farbe wir uns beim Anstrich der neuen Wohnung entschieden haben: für Gelb selbstverständlich.

Ihre WOZ