Gestern in LMd, heute in den Nachrichten
Wahl in Honduras
Bei der Stichwahl um das Präsidentenamt in Honduras vom 30. November liegt der von US-Präsident Trump mit Drohungen und Geldversprechen unterstützte Rechtskandidat Nasry Asfura vom Partido Nacional knapp vor seinem rechtsliberalen Konkurrenten Salvador Nasralla. Die Auszählung der Stimmen hat sich verzögert, von Betrug ist die Rede. Schon 2018 war eine Präsidentenwahl in Honduras äußerst umstritten, wie Alexander Main im Januar 2018 in LMd („Fragwürdige Wahl in Honduras“) berichtete. Im November 2025 beleuchtete Maurice Lemoine in seinem Artikel „Showdown in Honduras“ die Geschichte des Landes seit dem Putsch gegen den linken Präsidenten Zelaya 2009. Der 2022 in den USA wegen Drogenhandels zu 45 Jahren Haft verurteilte Ex-Präsident Juan Orlando Hernández, ein Parteifreund Asfuras, wurde kurz nach den Wahlen von Trump begnadigt.
Finnland rüstet weiter auf
Trotz eines angekündigten Defizitverfahrens der EU will Finnland seine Militärausgaben weiter steigern: von offiziell 2,4 Prozent des BIP auf 5 Prozent bis 2032. Seit dem russischen Angriff auf die Ukraine stehen die Zeichen in Finnland auf Aufrüstung, insbesondere seit es im April 2023 der Nato beigetreten ist und damit „Das Ende des nordischen Modells“ (soziale Gerechtigkeit und Antimilitarismus) eingeläutet hat, wie Heikki Patomäki in LMd im Juni 2022 dargelegt hat. Dabei hatten sich die finnischen Streitkräfte schon zuvor den Nato-Standards angepasst. Dass die Mitgliedschaft für Finnland nicht umsonst zu haben ist und auf Kosten vor allem diverser Sozialleistungen geht, beschrieben Teemu Matinpuro und Mika Rönkkö von der finnischen LMd im Juli 2025 in ihrem Beitrag „Rüstung und Austerität“.
Maori unter Druck
Am 5. Dezember veröffentlichte der UN-Ausschuss gegen Rassendiskriminierung (CERD) einen Bericht, in dem das Gremium warnte, Neuseeland laufe Gefahr, die Rechte der Maori zu schwächen. In dem Bericht werden konkrete Maßnahmen der neuseeländischen Regierung kritisiert, etwa die Abschaffung der Maori-Gesundheitsbehörde und die schwindende Bedeutung des Vertrags von Waitangi, dem Gründungsakt der neuseeländischen Nation von 1840. Welche zentrale Bedeutung dieses Dokument für die Wahrung der Maori-Rechte in Neuseeland hat, erklärte unser Autor Cédric Gouverneur in seinem Text „Die Wut der Maori“ in LMd vom Oktober 2025.