Die Stimmung in Israel: «Es braucht Bereitschaft auf beiden Seiten»
Nach Jahren ultranationalistischer Regierung sei die Besetzung in Israel zum Konsens geworden, sagt Politologin Dahlia Scheindlin. Dennoch gibt sie den Kampf für Aussöhnung nicht auf.
WOZ: Dahlia Scheindlin, seit vier Monaten herrscht im Gazastreifen offiziell Waffenstillstand. Wie blickt die israelische Gesellschaft zum jetzigen Zeitpunkt dorthin?
Dahlia Scheindlin: Das Erste, was man wissen muss, ist, dass die Mehrheit glaubt, der Krieg sei vorbei. Was bemerkenswert ist, da der Krieg längst nicht vorbei ist. Es gibt fast täglich Angriffe, die Israel damit rechtfertigt, dass die Hamas die Waffenruhe immer zuerst breche.