Pop: Mit Ukulelen geschlagen
Wie ein süchtig machender Strom aus dem Unterbewusstsein: Cameron Winter ist eine der interessantesten neuen Stimmen im Rock. Nun spielt er mit seiner Band Geese in Zürich.
Die Stimme von Cameron Winter klingt schwerfällig, fast verstopft. Scheinbar widerwillig bewegt sie sich durch die Songs, als wäre sie immer kurz davor, das Gleichgewicht zu verlieren. Die Lyrics seines Soloalbums «Heavy Metal» von 2024 wirken wie beiläufig fallen gelassen, mehr halluziniert als geschrieben: «Ich werde weiterrollen, bis mein bestes Hemd abrollt. Bis die Polonaise hinter mir tausend Hühner lang ist.» Schon plätschert der Song «The Rolling Stones» weiter wie ein Wiegenlied, ein Chor setzt ein, «wie Brian Jones» sei er zum Schwimmen geboren, und alles verschwimmt, bis Winters Stimme plötzlich ins Falsett abhebt, zu miauen beginnt: «Briiiian Joooones».