Forschung und Politik: Lieber Tabak als Wissenschaft

Nr. 12 –

Dem Wissenschaftsrat droht das Aus. Der Bundesrat will das unabhängige Gremium abschaffen – und sendet damit ein alarmierendes Signal.

Seit über sechzig Jahren berät der Schweizerische Wissenschaftsrat (SWR) den Bundesrat in Fragen der Wissenschaftspolitik. Als der Bundesrat 2022 die «Swiss Quantum Initiative» beschloss, hatte der SWR die Grundlagen für das neue Förderinstrument bereits zwei Jahre zuvor ausgearbeitet. Erst kürzlich hat sich der Rat mit Auswirkungen von KI auf Forschungsbibliotheken auseinandergesetzt. Hinzu kommen Themengebiete mit sozialpolitischer Relevanz, etwa ein Bericht zu den negativen Folgen sozialer Selektivität im Bildungssystem für den Innovations- und Forschungsstandort. Der Bundesrat profitiert vergleichsweise günstig von dieser Expertise, denn die Mitglieder des SWR – alles führende Persönlichkeiten aus dem Schweizer Forschungsbereich – üben ihre Tätigkeit im Milizsystem aus.

Klingt eigentlich nach einer guten Sache: Unabhängige Wissenschaftler:innen stellen der Politik günstig und ohne Eigennutz ihr Wissen zur Verfügung. Der Bundesrat sieht das anders. Er möchte den SWR auflösen. Die heutigen Herausforderungen verlangten «spezialisierte Expertise statt langwieriger Berichte», schreibt er dazu in einem erläuternden Bericht. Diese soll künftig durch ad hoc eingesetzte Gremien erbracht werden. Der Vorschlag ist aktuell in der Vernehmlassung.

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