Sachbuch: Gegen alle Kleinlichkeit

Nr. 14 –

In «Wir, nicht wir» erzählt die Historikerin Caroline Arni von den frühsozialistischen Feministinnen des Saint-Simonismus und ihren Schriften. Vieles davon ist bis heute ungebrochen radikal.

Illustration von 1830: mehrere Frauen umringen einen Mann
«Je cherche la femme libre», steht unter der Illustration von 1830, doch auch von der «freien Frau» wurde erwartet, den Mann anzuhimmeln. Foto: Imago

Aufregend gegenwärtig klingt vieles von dem, was die Saint-Simonistinnen in den 1830er Jahren in ihren Texten forderten: den Kindern den Namen der Mutter statt jenen des Vaters zu geben, die Ehe zu überwinden und das Erbrecht abzuschaffen, frei lieben zu dürfen und die Arbeit der Mütter anzuerkennen. Die Ausbeutung, die Abwertung und die Unfreiheit der Frauen sollten endlich aufhören, die Frauen dabei selbst bestimmen, was diese Freiheit für sie bedeuten könnte. Die gleichen Frauen aber schrieben auch: Gott hat die Körper der Frauen so gemacht, dass sie Mütter werden. Die Mutterschaft sei somit umgekehrt eine Pflicht gegenüber der Natur und letztlich Gott. Und sosehr sie die Väter und Ehemänner kritisierten, blieben die meisten von ihnen doch loyal zur väterlichen Autorität der frühsozialistischen Bewegung.

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