Pop: Wie Schritte im Schnee

Nr. 15 –

Album-Cover «Saputjiji» von Tanya Tagaq
Tanya Tagaq: «Saputjiji». Six Shooter Records. 2026.

Sie schreit und brüllt, röchelt und krächzt, würgt und wütet. Die Grenzen des stimmlich Machbaren neu zu definieren, das ist schon seit vielen Jahren das Spezialgebiet der kanadischen Musikerin und Kehlkopfsängerin Tanya Tagaq. Die Inuk ist in den siebziger und achtziger Jahren in der Region Nunavut nördlich des Polarkreises aufgewachsen. Auf ihrem neuen Album «Saputjiji» («Beschützer» in ihrer Muttersprache Inuktitut) findet sie zu Beginn eine sehr eigene Sprache für die geopolitischen Katastrophen unserer Tage. «Fuck war», screamt sie im gleichnamigen Stück gebetsmühlenartig; das Video dazu prangt Krieg, Genozid und «rücksichtslose Kolonialsysteme, die seltsame, alienartige Milliardäre hervorbringen», an. Ein Song wie ein Wutausbruch, begleitet von langsam klackernden Sounds.

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