Film : Lina und der Schock des Wassers
Mit der Welt stimmt etwas nicht. Als ob im Gewebe der Realität irgendwo eine Naht aufgegangen und alles ein wenig verrutscht wäre. So wie in der griechischen Mythologie das Schicksal von drei spinnenden Göttinnen verkörpert wird, sind auf der Stickerei im Schaufenster eines Antiquitätengeschäfts, die etwas in Lina (Isabel Aimé González Sola) endgültig verschoben hat, drei Weberinnen abgebildet. Kurz davor hat sie die Auszeichnung, wegen der die Modedesignerin aus Argentinien nach Genf gereist ist, in einer öffentlichen Toilette achtlos in den Mülleimer befördert. Jetzt sehen wir aus der Distanz, wie Lina auf einem Steg, scheinbar ohne zu zögern, über das Geländer klettert und in den eiskalten Genfersee springt.