COP30: Eine kleine Ermutigung bleibt

Nr. 48 –

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Auch die Klimakonferenz 2025 ist ohne echten Fortschritt zu Ende gegangen. Während die Auswirkungen der Erderhitzung immer verheerender werden, fehlt in der Abschluss­erklärung der COP30 in Belém ein konkreter Plan, wie die Welt von Kohle, Öl und Gas wegkommt. Schlimmer noch: Die Abschlusserklärung verschweigt sogar, dass fossile Energien der Haupttreiber der Klimakrise sind. Petrostaaten wie Saudi-Arabien oder Russland konnten sich durchsetzen. Ermutigt wurden sie von den USA, die an der Konferenz nicht vertreten waren.

Zudem bleibt unklar, woher das Geld kommen soll, mit dem die Länder des Südens den Übergang in das nichtfossile Zeitalter schaffen, sich an die Klimaveränderung anpassen und die absehbaren Schäden der Erderhitzung bewältigen können. Die Zusicherungen der reichen Industriestaaten, die für die Klimakrise die Hauptverantwortung tragen, bleiben vage, ihre Ambitionen, den eigenen Treibhausgasausstoss zu senken, ungenügend. Auch fehlt ein Plan, wie die weitere Abholzung des Amazonas aufgehalten werden kann.

Dennoch gibt es etwas Ermutigendes: Die kolumbianische Regierung lehnt die Abschlusserklärung ab und hat zusammen mit den Niederlanden beschlossen, im April nächsten Jahres eine Konferenz auszurichten, auf der über einen «gerechten, geordneten und fairen» Übergang weg von fossilen Brennstoffen diskutiert werden soll. Dass ausgerechnet diese beiden Staaten vorangehen, hat viel mit den jeweiligen Zivilgesellschaften zu tun: In Kolumbien sind es die indigenen Gemeinschaften, deren Lebensweise durch die Klimakrise stark beeinträchtigt wird und die sich einen immer grösseren politischen Einfluss erkämpft haben. In den Niederlanden sind es die Aktivist:innen der stärksten Klimabewegung Europas: Seit über drei Jahren blockieren in Den Haag Hunderte immer wieder einen Autobahnabschnitt gleich neben dem Parlamentsgebäude und fordern das Ende aller Subventionen für fossile Energieträger. Es braucht offensichtlich den Widerstand von unten, um das Schlimmste vielleicht doch noch abzuwenden.