Nr. 42/2008 vom 16.10.2008

Wall Street

Von Stephan Pörtner

Der Kleinsparer Sepp Hangab ging auf die Sparkasse, um zu sehen, wie es denn seinem Anlagefonds ergangen sei während der üblen Finanzkrise, von welcher er nichts mitbekommen hatte. Er hatte im Bett gelegen und gehofft, dass der Sommer zurückkäme. Das war keine volkswirtschaftlich sinnvolle Tätigkeit, und darum wich sein Entsetzen, dass sich sein Erspartes in geschuldete Depotgebühren verwandelt hatte, bald einem nagenden Schuldbewusstsein. «Hätte ich doch das Heu ins Trockene gebracht, statt Trübsal geblasen», so dachte er, «dann hätte es die Wall Street allwäg noch zwanzig Minuten länger gegeben.» Wie so mancher Kleinsparer hatte Sepp von der Weltwirtschaft keine Ahnung.

Wenn Ihnen der unabhängige und kritische Journalismus der WOZ etwas wert ist, können Sie uns gerne spontan finanziell unterstützen:

Unterstützen Sie die WOZ als Ganzes mit einer Flattr-Spende.

Spenden mit Flattr

Drücken Sie ihr Interesse am Text Wall Street aus und tätigen Sie eine spezifische Flattr-Spende.

Spenden mit Flattr