Nr. 22/2009 vom 28.05.2009

Der Fotograf der Senkrechten

Ein Bildband über die schönsten Anstiege und die steilsten Wände.

Von Pit Wuhrer

Es gibt ihn also noch, den Profifotografen, der ohne Bildbearbeitungsprogramm auskommt und Diafilme in die Kamera legt. Der also seine Fotos nicht nachträglich manipuliert, weil ein Bild, «dieser Schnittpunkt aus Raum und Zeit, im Moment des Auslösens entsteht und nicht danach». Denn «wo alles machbar ist, wo alles perfekt ist, wird alles ganz schnell beliebig und belanglos». Geschrieben hat diese Sätze Robert Bösch, momentan der vielleicht beste Bergfotograf, im Vorwort seines aussergewöhnlichen Bildbands «Schweiz Alpin». Bösch verzichtet weitgehend auf gestellte Aufnahmen, fotografiert oft als Seilerster, liefert nicht nur Schönwetterbilder und dokumentiert in seinen «Eins-zu-eins-Reportagen» (legendär sind mittlerweile seine vielfach publizierten Fotos in der Eigernordwand) auch heikle Situationen. Gerade da die Fotos authentisch sind, vermitteln sie die Intensität des Steigens und Kletterns, die Anspannung, die Angst.

Es gibt mittlerweile unendlich viele Bilderbücher über die Schweizer Berge, aber Böschs Band ersetzt fast alle - auch weil er seine Auswahl der schönsten Anstiege mit knappen und exakten Beschreibungen kombiniert. Ein Buch nicht nur für jene, die für diesen Sommer noch ein paar Tourentipps brauchen.

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