Nr. 35/2009 vom 27.08.2009

Alibi-Kühe

Von Stephan Pörtner

In den Ebenen von Oklahoma sassen die arbeitslosen Cowboys und rauchten die billigen Filterzigaretten, die ihnen die Bundesregierung murrend zuteilte. Die Zeiten waren schlecht, die Kühe zu mager, um noch irgendwohin getrieben zu werden. Zumal in US-Amerika das Fleisch schon lange aus Fabriken kam, von geklonten Monsterstieren, die keine Hörner, keine Hufe, keine Zähne hatten und in drei Monaten zu tausend Kilo Schlachtgewicht heranwuchsen. Nur damit die Leute keinen Verdacht schöpften, hatte man überhaupt noch Viecher auf der Weide. Doch jetzt, wo sich niemand mehr ein Steak leisten konnte, waren die Cowboys zum dritten Mal in hundert Jahren überflüssig geworden.

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