Nr. 09/2010 vom 04.03.2010

«Die Wahlfamilie verhebt»

Sie wollten Kinder, Beruf und kollektives Leben verbinden: In Bern haben vor zwanzig Jahren neun Mütter ihre Kinder gemeinsam erzogen. Wie geht es den Frauen heute? Und was denken die Kinder von damals?

Von Bettina Dyttrich

Viele reden irgendwann davon, wenn sie Kinder planen: Es sollte doch möglich sein, sich gemeinsam mit anderen Eltern zu organisieren. Sich das Hüten zu teilen, das Kochen, die Ferien. Das gäbe den Kindern mehr Bezugspersonen, den Eltern mehr Freiheit und weniger Abhängigkeit von Grosseltern und dem Staat. Aber dann bekommen die einen ihre Kinder erst zehn Jahre nach den anderen, mit dem Job ist es kompliziert, und wer findet heute schon im gleichen Quartier mehrere Wohnungen?

In Bern haben es neun Frauen trotzdem geschafft, gegen alle Widerstände. Sie sind heute zwischen 45 und 60. Die Kinder gehen längst eigene Wege. Sieben der Mütter treffen sich immer noch viermal im Jahr.

Katrin ist 52 und arbeitet als Psychologin in Bern: «Wir wollten alles: Kinder, gute Arbeit und politisch aktiv bleiben. Abstriche waren die logische Konsequenz. Aber es war wichtig, dass wir unsere Ansprüche nicht von vornherein beschnitten.» Katrins Tochter Laura ist heute 26 Jahre alt.

«Wir wollen alles» – das war auch ein Slogan der Achtzigerbewegung, manchmal ergänzt mit einem zackigen «und zwar subito». Während in Zürich die Bewegung nach dem Abriss des Autonomen Jugendzentrums (AJZ) 1982 abflaute, dauerten die wilden Zeiten in Bern fast das ganze Jahrzehnt an. Die Reitschule wurde besetzt, geräumt und wieder besetzt, die NomadInnen vom «Freien Land Zaffaraya» zogen herum auf der Suche nach einer Bleibe, die Kulturzentren Dampfzentrale und Gaskessel entstanden. Viele Frauen begannen sich bald separat zu organisieren und besetzten 1984 ein Haus im Mattehofquartier.

Katrin: «Ich erinnere mich, dass ich mit anderen Frauen in der Reitschule sass, es muss 1982 gewesen sein. Wir redeten über Kinder und waren uns einig: Alleine Kinder aufziehen, das kann es doch nicht sein. Wir wollen das zusammen machen. Kurz darauf waren plötzlich fünf Frauen schwanger. Ohne dass sie es geplant hatten. Ich dachte, shit, jetzt muss ich mich beeilen. Ein halbes Jahr später war ich dann selber schwanger, ungeplant, wieder zusammen mit fünf anderen.»

Während für die einen, die alles wollten, Kinder selbstverständlich dazugehörten, verstanden andere Frauen Kinderlosigkeit als Widerstand gegen das Patriarchat. «Sprengstoff statt Sirup» war der Titel eines Artikels im Szeneblatt «Provinz»: «Statt auf gemeinsamen Forderungen zu beharren, benutzt ihr eure Mutteridentität, um aus allem ein Privatproblem zu machen», schrieb eine erboste Frau. «Mutter und Kind sind ein Symbol für Leben und Kontinuität. Wir aber haben vor Jahren dem Staat den Krieg erklärt, ich bin nicht bereit, den Fight zu verschieben.» Eine Mutter antwortete: «Wir wollen immer noch alles, und wir wollen auch Kinder haben können, ohne dass unsere Energie vor allem in persönlichen Fights draufgeht. Woher nimmst du die Arroganz, zu behaupten, dass einzig deine Art zu leben die richtige ist?»

Katrin: «Ich entschied mich für das Kind, aber am Anfang hatte ich grosse Mühe mit dieser Entscheidung. Manchmal bereute ich sie sogar. Mein Freund war ebenfalls ziemlich überfordert. Nach eineinhalb Jahren aber, als wir uns trennten, übernahm er die Hälfte der Verantwortung, und wir teilten uns die Sorge um Laura.

Ich trennte mein Leben als Frau und als Mutter sehr klar. Ich fragte mich: Wie viel Zeit brauche ich für mich, wie viel brauche ich als Mutter, und wie viel braucht meine Tochter von mir? Für mich ging das lange nicht auf, ich fühlte mich eingeschränkt. ‹Ich bin die schlechteste Mutter in der Gruppe›, sagte ich immer.»

Schon 1982 hatten sich nach einem grossen Frauentreffen in Bern Gruppen gebildet, die gemeinsam Kinder hüteten, eine alternative Kinderkrippe auf die Beine stellten und sich für Alleinerziehende starkmachten. Im Herbst 1987 schlossen sich dann neun Mütter enger zusammen, um den Alltag gemeinsam zu organisieren. Ihre zehn Kinder waren fast alle 1982 und 1983 geboren und kannten sich schon. Noch fehlten die Wohnungen. Doch die Frauen waren hartnäckig: Einen Monat lang zogen sie jeden Tag mit Kind und Kegel auf die städtische Liegenschaftsverwaltung – bis alle eine Wohnmöglichkeit in der Lorraine oder in der unmittelbaren Umgebung bekamen. Die einen lebten allein mit ihrem Kind, die anderen in kleinen und grossen Wohngemeinschaften.

Katrin: «Ganz langsam machte ich Schritte auf Laura zu. Als sie zehn war, zog ich ein Jahr nach Berlin, um zu studieren. Laura wohnte währenddessen bei ihrem Vater. Manchmal dachte ich, ich würde am liebsten in Berlin bleiben. Aber ich merkte auch, ich wäre nicht frei. Ich kam zurück, und danach stimmte es für mich.»


Heidi ist 57, die Älteste der Gruppe und Mutter von Julia. Sie führt in Bern eine naturheilkundliche Praxis: «Ich wollte ein Kind, weil ich die ganze Vielfalt des Frauseins erleben wollte. Ich wollte auf nichts verzichten. Und ich wusste: Da gibts ein paar Frauen, die schwanger sind und sich trotzdem nicht aus allem ausgeklinkt haben. Ich fühlte mich getragen. Was bei mir besonders ist: Als Julia eins war, habe ich gewechselt zu Frauenbeziehungen. Eine lesbische Mutter?! Das war damals noch skandalös.

Eine klassische Mutter hat die ersten drei oder vier Jahre lang kaum Platz für etwas anderes. Das wollte ich nicht. Es war mir ein Riesenanliegen, mich nicht im Muttersein zu verlieren. Mit der Arbeit auf der Familienplanungsstelle fand ich eine gute Verbindung zwischen dem Beruflichen und dem Privaten. Ich hatte vorher schon mitgeholfen beim Aufbau des Frauengesundheitszentrums. Für mich war das alles eng verwoben: Sexualität, Verhütung, Homosexualität, Muttersein und Beruf. Davon konnte ich extrem profitieren. Private Auseinandersetzungen waren für mich Weiterbildung und umgekehrt.»


Heidi: Ich war viel mehr die Gluggere als du.

Katrin: Du warst viel mehr im Reinen mit dir.

Heidi: Ich weiss nicht, ob man das so sagen kann.

Katrin: Ich wollte Laura ja behalten, von Anfang an. Aber es fiel mir schwer.

Heidi: Vielleicht ging es bei mir besser, weil ich nicht allein mit Julia wohnte.

Katrin: Aber ich lebte ja auch mit Jeanne.

Heidi: Stimmt.


Jeanne, die Mutter von Tinu, ist 50 und Lehrerin für Wen-do, Selbstverteidigung für Frauen und Mädchen: «Ich habe mich als freie Mutter empfunden – ich musste kaum auf etwas verzichten. Das hat auch viel damit zu tun, dass ich einen extrem zuverlässigen Kindsvater hatte. Wir sind immer noch befreundet. Wir gaben uns sehr Mühe, unsere Lämpen nicht vor Tinu auszutragen. Damit er nicht glaubt, er müsse für mich oder ihn Position ergreifen. Tinu war nicht geplant, aber sehr willkommen. Ich lebte mit einem schwulen Kollegen zusammen, dem besten Freund meines Partners. Er wurde dann der Götti und meine beste Freundin die Gotte. Ich habe nie mit dem Kindsvater zusammengewohnt.

Bald nach Tinus Geburt trennten wir uns. Wir hatten den Druck nicht, ein Paar bleiben zu müssen, weil wir genug vernetzt waren. Meine Familie fand es skandalös, dass ich nicht heiratete. Es hiess, warte nur, der lässt dich sowieso sitzen. Und dann war ausgerechnet er so ein zuverlässiger Vater.

Mir war wichtig, dass Tinu nicht nur ein 08/15-Männerbild kennenlernt, dass er sich frei entwickeln darf. So hatte er als Kind lange Haare, und als er sich Lackschuhe wünschte, bekam er sie auch. Da kam allerdings sofort der Vorwurf aus der Szene, ich versuche, ihn zu einem Mädchen zu machen. Dabei war das gar nicht so. Aber natürlich hatte ich trotzdem ein schlechtes Gewissen. In der Müttergruppe konnten wir uns immer gegenseitig beruhigen, wenn so etwas vorkam.

Ich hätte wahrscheinlich mehr Angst um mein Kind gehabt, wenn ich eine Tochter gehabt hätte. Weil ich beruflich mit sexueller Gewalt zu tun habe, weiss ich, dass Übergriffe in den besten Familien vorkommen. Natürlich kann es auch Buben treffen. Es war mir sehr wichtig, aufmerksam zu sein und die Grenzen von Tinu ernst zu nehmen.»


Zwei Väter lebten im Ausland, die anderen beteiligten sich an der Erziehung. Einzelne hätten sie etwas unter Druck setzen müssen, erinnern sich die Frauen heute. Doch dann organisierten sich auch die Väter, begannen gemeinsam mit den Kindern in die Ferien zu gehen, teilten sich Hüten und Kochen.

Alle drei Wochen trafen sich die Mütter und besprachen alles, was sie beschäftigte. Der Schutz der Kinder vor Übergriffen, Sexualaufklärung und Schulprobleme waren genauso Thema wie eigene berufliche Pläne und Liebesbeziehungen, geschlechtergerechte Sprache, Umweltverschmutzung oder der 8. März. Das Sackgeld legten sie für alle Kinder gleich hoch fest. Und Barbiepuppen in den Kinderzimmern liessen sich schliesslich nicht verhindern – obwohl sich Heidi lange dagegen wehrte.

Heidi: «In der Müttergruppe konnten wir unseren Krisen und Problemen begegnen. Für mich waren die Diskussionen über Nähe und Distanz zu den Kindern sehr wichtig. Dank der Gruppe lernte ich, mich zurückzunehmen, als Julia in die Pubertät kam. In diesem Alter, das weiss ich heute auch, magst du eine Gluggere nicht ertragen.

Natürlich gab es Gruppen innerhalb der Gruppe. Jene Frauen, die zusammenwohnten, hatten engere Beziehungen. Manche fanden wir sympathischer, zu anderen waren wir etwas distanzierter. Und wir gerieten uns auch in die Haare. Aber grundsätzlich waren wir einander sehr wohlgesinnt. Wenn es einer schlecht ging, war das immer das Thema Nummer eins. Diese Solidarität war entscheidend. Solidarisch sein führt auf einen heilenden Weg.»

Jeanne: «Lange teilte ich mit Katrin und den Kindern zwei Zimmer. Irgendwann lebten wir uns auseinander. Ich brauchte mehr Privatsphäre, wollte nicht mehr bis zur Unterhose alles teilen. Ich halte das für eine normale Entwicklung. Aber wir blieben in der Gruppe.

Ich bin sicher, wenn es heute einer von uns schlecht ginge, wären alle da, um zu helfen. Die Wahlfamilie ‹verhebt›. Ich glaube, entscheidend war, dass uns viel mehr verbunden hat als das Muttersein. Das genügt nämlich nicht. Uns allen war die feministische Bewegung wichtig, wir wollten etwas Gemeinsames erreichen. Wir haben so viel zusammen erlebt – das verbindet. Ich empfinde eine grosse Dankbarkeit dafür.»


Tinu, Julia und Laura sitzen in der Küche von Tinus Berner WG. Lauras zweijähriger Sohn Nia zeichnet mit Ölkreiden Autos in ein Heft. Julia, 27, ist vor kurzem nach Zürich gezogen. Sie arbeitet als Kostümbildnerin in der Filmbranche. Tinu, 26, wird im Sommer sein Geschichtsstudium mit einem Bachelor abschliessen. Er möchte arbeiten und reisen. Laura ist gleich alt wie Tinu und hat als Kind mit ihm zusammengewohnt. Seit einiger Zeit lebt sie in Basel, wo sie einen Bachelor als Vermittlerin von Kunst und Design gemacht hat. Sie sucht einen Job und möchte später, wenn Nia zur Schule geht, weiterstudieren.

Julia: Wie unüblich unsere Kindheit war, wurde mir eigentlich erst bewusst, als ich in der fünften Klasse die Schule wechseln musste.

Laura: Im Lorraineschulhaus waren wir ja fast in der Überzahl. Wir hatten eine wahnsinnige Präsenz. Und wir hielten zusammen. Für andere Kinder muss es strub gewesen sein, wie wir einfuhren. Und für die Lehrer! Wenn jemand etwas sagte, was uns nicht passte, gingen wir zu zehnt protestieren.

Julia: Wir setzten uns sehr füreinander ein. Wenn andere Kinder zum Beispiel Witze machten über Mariamas Hautfarbe, weil ihr Vater Afrikaner ist.

Laura: Wir hatten eine Lehrerin, die noch ganz alte Schule war. Sie benützte konsequent nur die männliche Form, obwohl in der Klasse fast nur Mädchen waren. Da hatten wir als Neunjährige Riesendiskussionen.

Tinu: Und wir gingen demonstrieren gegen die F/A-18.

Laura: Ich erinnere mich, wir waren auch einmal im Rathaus, und unsere Eltern wiesen uns an, wann wir schreien sollten. Wir waren ihre Sprachröhrli.

Julia: Sie haben Kinder produziert und in die Welt rausgeschickt, um ihre Botschaft zu verbreiten.

Laura: Und immer trugen wir diese «Stop F/A-18»-T-Shirts, sie reichten uns bis zu den Knien ...


Tinu: Mutter und Vater, das waren total unterschiedliche Welten für mich. Etwa ab der sechsten Klasse habe ich das stark wahrgenommen. Meine Mutter hatte viel Besuch, es ging manchmal laut zu und her. Bei meinem Vater war es ruhig und geordnet, spartanisch eingerichtet. Wenige Gäste. Ich verstand nie, dass die beiden überhaupt etwas miteinander anfangen konnten. Meine Eltern versuchten eine offene Beziehung zu führen, was natürlich nicht funktioniert hat ...

Julia und Laura: «Natürlich?!»

Tinu: ... Ich glaube schon, dass sie sich geliebt haben, aber später, als sie es nochmals ausprobieren wollten, stimmte der Zeitpunkt nicht mehr.

Julia: Aber weisst du, ich glaube, es war für unsere Eltern eine harte Arbeit, ein gutes Verhältnis zueinander aufrechtzuerhalten. Und sogar zusammen mit dem Kind in die Ferien zu gehen. Das haben wir mehrmals gemacht.

Laura: Wir verbrachten nur einmal, als ich zwanzig war, ein Wochenende zu dritt in Frankreich. Das war sehr komisch. Ich fand es ungewohnt, nur schon zu dritt im gleichen Zimmer zu schlafen, wie eine «richtige Familie». Dort merkte ich: Ich bin so froh, dass meine Eltern nicht zusammen sind. Es sind für mich zwei Welten, und das ist gut so.


Laura: Ich erlebte diese Form aufzuwachsen als extrem positiv.

Julia: Ich fand es auch super.

Laura: In der Pubertät knüpften wir dann mehr Freundschaften nach aussen.

Julia: Wir hatten das Bedürfnis, zu sehen, was es sonst noch gibt, und etwas Eigenes zu haben.

Tinu: Wir mussten erst erwachsen werden, um zu realisieren, wie viel uns verbindet.

Julia: Es liegt extrem viel drin. Wenn jemand von uns etwas ganz anders macht, als ich es machen würde, ist das kein Grund, sich nicht mehr zu mögen.

Tinu: Und egal, wie oft man sich trifft: Wir sind sofort vertraut.

Julia: Ja, es fängt nie bei null an.


Julia: Ich fühlte mich nie benachteiligt als Frau.

Tinu: Ich glaube nicht, dass heute der Kampf auf der Strasse notwendig ist. Wenn schon, dann eher auf Gesetzesebene.

Laura: Wir sind die Generation nach der Jugendbewegung. Wir haben das Gefühl, wir müssten nicht mehr kämpfen. Dabei gäbe es eigentlich noch viel zu tun.

Julia: Es wäre gelogen, zu sagen, ich sei politisch aktiv.

Tinu: Ich war schon seit Jahr und Tag an keiner Demo mehr.

Julia: Ich schon.

Tinu: Gewisse Positionen waren klar gegeben. Es wurde beispielsweise von mir erwartet, dass ich nicht ins Militär gehen würde. Aber wir sind nicht alle so links, wie wir vielleicht glauben.

Laura: Ich habe kürzlich mit Tinu über Unipolitik diskutiert, und da hatten wir sehr unterschiedliche Meinungen. Es wäre auch irgendetwas schiefgegangen, wenn alle zehn gleich wären!

Julia: Als kürzlich in Zürich das «Reclaim the Streets» stattfand, kam ich mit einem Bekannten in der Nähe vorbei. Er meinte, wir sollten lieber nicht da durchgehen. Für mich war das überhaupt nicht bedrohlich, sondern vertraut. Demos waren etwas völlig Normales für uns.

Laura: Auch was Politik angeht, sind wir untereinander sehr tolerant. Ausser jemand würde extrem fremdenfeindlich oder so ... aber auch dann würden wir nicht einfach den Kontakt abbrechen, sondern uns bemühen, das zu ändern.

Julia: Ja. Oder wenn jemand zum Beispiel heroinsüchtig wäre, würden wir wieder ganz stark füreinander schauen.

Tinu: Das hoffe ich. Zum Glück war es nie nötig.


Nia liebt Feuerwehrautos, Lastwagen und Baumaschinen. Als er im Hinterhof von Tinus WG einen Bagger entdeckt, gibt es kein Halten mehr.

Laura: «Nias erstes Wort war ‹Auto› – obwohl wir versuchen, gerade nicht geschlechterspezifisch zu erziehen. Und ein Auto nimmt er auch ins Bett mit, nicht etwa ein Nuscheli oder ein Stofftier.

Eigentlich würde ich gern ähnlich leben, wie ich aufgewachsen bin. Ich versuche es auch, aber unsere Generation ist leider etwas schlapp, was das gemeinsame Organisieren angeht. Alle reden vom Kollektiv, aber gleichzeitig chüngeln sie weiter in ihren Dreizimmerwohnungen vor sich hin. Manchmal bin ich gefrustet, dass es nicht so geht wie in meiner Kindheit. Aber es ist wohl eine andere Zeit heute.

Immerhin hat Nia einen Freund und eine Freundin, mit denen er sehr viel Zeit verbringt. Sie sind fast gleich alt. Eine Kleinkindererzieherin hat mir gesagt, sie habe noch nie Kinder in diesem Alter gesehen, die so eng miteinander kommunizieren. Ich finde das sehr schön.»

Dann macht sich Tinu ans Kochen. Er hat seine Eltern zum Znacht eingeladen. Julia, Laura und Nia gehen auf den Hof, den Bagger anschauen.

Wenn Ihnen der unabhängige und kritische Journalismus der WOZ etwas wert ist, können Sie uns gerne spontan finanziell unterstützen:

Überweisung

PC-Konto 87-39737-0
BIC POFICHBEXXX
IBAN CH04 0900 0000 8703 9737 0
Verwendungszweck Spende woz.ch