Nr. 36/2010 vom 09.09.2010

Heute mit: Kaspar Surber

Von Stefan KellerMail an AutorIn

In der WOZ sind weitreichende Veränderungen angesagt. Welche? WOZ-Leute berichten:

Was ist los auf der WOZ?

Kaspar Surber, Inlandredaktion: Ja, wir machen eben eine neue WOZ.

Und?

Sie wird wirklich sehr schön.

Wegen der Farben?

Gestalterisch wird sie sehr schön sein. Es geht uns ja immer auch darum, herauszufinden, wie man linken Journalismus betreiben kann, der nicht rückwärtsgewandt, sondern ganz gegenwärtig ist. Und ich glaube, das kommt in der neuen Gestaltung zum Ausdruck.

Du hast ganz zu Beginn des Prozesses einmal viele Leute befragt und einen Text geschrieben, wie eine zukünftige WOZ aussehen sollte. Erkennst du das, was du damals geschrieben hast, jetzt in der neuen WOZ wieder?

Ich denke, das müsste man vor allem die Leute fragen, die damals Auskunft gaben. In jenem Papier ging es auch um die Mediensituation. Um die Situation der Linken. Und ich glaube, dass zum Beispiel die Idee eines Themenschwerpunkts in der neuen WOZ dafür steht, dass man wirklich Journalismus machen will. Journalismus gegen die Verblödung, während der Mainstream immer dünner wird.

Die Mainstream-Medien stellen immer weniger Ansprüche, die WOZ immer mehr?

Ich glaube, es geht heute in verschiedenen gesellschaftlichen Bereichen um ganz ähnliche Anliegen. Man muss zum Beispiel die Demokratie gegen die Lobbyisten verteidigen. Und man muss den Journalismus gegen den Kommerz verteidigen. In der Kultur gilt das Gleiche: Man muss die Kunst gegen die Verwertung verteidigen. Das ist an sich noch gar kein linkes Projekt ...

... die Verteidigung der Demokratie?

... aber es ist wichtig, dass man das macht. Dabei können wir vielleicht auch herausfinden, was linker Journalismus noch alles sein könnte. Die meisten Zeitungen sind heute ja sehr weit rechts.

Das war früher anders?

Genau, viele ältere Journalisten sind nach rechts gewandert. Es heisst, sie seien Konvertiten, ich behaupte aber, sie sind einfach Opportunisten. Eigentlich bin ich zuversichtlich, dass eine jüngere Generation das längerfristig wieder umkehren kann.

Wenn Ihnen der unabhängige und kritische Journalismus der WOZ etwas wert ist, können Sie uns gerne spontan finanziell unterstützen:

Überweisung

PC-Konto 87-39737-0
BIC POFICHBEXXX
IBAN CH04 0900 0000 8703 9737 0
Verwendungszweck Spende woz.ch