Nr. 05/2012 vom 02.02.2012

Skianzüge und Schlittenmodelle

Von Stephan Pörtner

Gut eingehüttet erwartete Toni Winter den vollen Einbruch seiner Lieblingsjahreszeit, das war, wie könnte es anders sein, der Winter. Weil der aber schwer an Format verloren hatte, aufgrund von Klimaschwankungen, weit verbreiteter Gefrörlikeit und hässlicher Skianzüge, litt auch Toni Winter unter der zunehmender Geringschätzung. Er hatte dieser durch eine Anzahl Saison verbessernder Erfindungen entgegenzuwirken versucht, mit mässigem Erfolg. Sein neues Schlittenmodell blieb im Pflotsch stecken, sein ausgeklügeltes Schneeballsystem war den Leuten zu kompliziert. Deshalb wollte Toni dieses Mal nun ganz für sich bleiben und die Freuden eines wie auch immer gearteten Winters nicht mehr vom Applaus ignoranter Restjahreszeitenbeschöniger abhängig machen.

Stephan Pörtner ist Krimiautor («Köbi der Held») und lebt in Zürich. Für die WOZ schreibt er Geschichten, die aus exakt 100 Wörtern bestehen.