Nr. 48/2019 vom 28.11.2019

Pilgerfahrt in den Pflotsch

Von Stephan Pörtner

Anstatt wie die meisten Leute vor dem Grau und Nass und Kalt zu fliehen, fuhr Rebenschnitz mitten hinein. In die Wintersportorte, die besonders trostlos waren in dieser Zwischenzeit, wo die einst grünen Matten schon braun waren, der weisse Schnee jedoch höchstens als grauer Pflotsch an den Hängen klebte. Wo die saisonalen Hilfskräfte aus dem nahen Ausland noch nicht angeheuert waren und in den wenigen geöffneten Gaststätten besonders lieblos gewirtet wurde, weil die Leute entweder Einheimische waren, die nicht wegkonnten, oder solche, die freiwillig gekommen waren und darum selber schuld waren. Nach zwei solch tristen Wochen verloren sogar Weihnachtsmärkte ihren Schrecken.

Stephan Pörtner ist Krimiautor («Köbi der Held», «Stirb, schöner Engel», «Mordgarten») und lebt in Zürich. Im September ist sein neuer Köbi-Krimi, «Pöschwies», im Bilgerverlag erschienen. Für die WOZ schreibt er Geschichten, die aus exakt 100 Wörtern bestehen. Eine Auswahl unter dem Titel «100 Mal 100 Wörter» sowie «Mordgarten» und «Pöschwies» sind im WOZ-Shop www.woz.ch/shop als Buch erhältlich.

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