Nr. 26/2012 vom 28.06.2012

500 Millionen weniger

Von Markus Spörndli

Die fünfzehn älteren EU-Mitgliedsländer kommen für mehr als die Hälfte der weltweiten staatlichen Entwicklungshilfe auf. Dieser Anteil hätte noch zunehmen sollen, denn sie haben sich vorgenommen, ihre Hilfe bis 2015 auf 0,7 Prozent des Bruttonationaleinkommens zu erhöhen. Nun führt aber die Wirtschafts- und Währungskrise dazu, dass einige EU-Länder die Hilfsgelder drastisch kürzen.

2011 haben EU-Länder gesamthaft 500 Millionen Euro weniger Entwicklungshilfe ausgerichtet als im Vorjahr. Das sagt der neuste Aid-Watch-Bericht, der von nichtstaatlichen Organisationen aus den EU-Ländern erstellt wird. Wenig erstaunt, dass Krisenländer wie Spanien und Griechenland ihre Auslandshilfe um bis zu vierzig Prozent gekürzt haben. Doch unter den elf EU-Ländern, die ihre Hilfe verringert haben, finden sich auch die Niederlande und Frankreich. Deutschland hat zwar nicht gekürzt, ist aber derzeit auf einem zu tiefen Niveau, um das Ziel von 0,7 Prozent rechtzeitig zu erreichen.

Die Schweiz macht immerhin ernst mit ihrem bescheideneren Ziel von 0,5 Prozent – sie wird nächstes Jahr die Entwicklungsgelder sehr wahrscheinlich deutlich aufstocken.

Wenn Ihnen der unabhängige und kritische Journalismus der WOZ etwas wert ist, können Sie uns gerne spontan finanziell unterstützen:

Überweisung

PC-Konto 87-39737-0
BIC POFICHBEXXX
IBAN CH04 0900 0000 8703 9737 0
Verwendungszweck Spende woz.ch