Nr. 04/2013 vom 24.01.2013

Veni, vidi, vici – evanesci

Von Stephan Pörtner

In einem kleinen Dorf mit zwölf Einwohnern war es zu einer wahren Bevölkerungsexplosion gekommen, als die achtköpfige Sippe Hungerbühler dorthin zog und gar nicht daran dachte, sich den lokalen Sitten anzupassen. Als Erstes übernahmen sie die Dorfbeiz, als Zweites hoben sie die Polizeistunde auf und als Drittes wurden sie gleich selber Polizei, und was fortan in diesem Dorf alles erlaubt war, das spottete jeder Beschreibung. Noch skandalöser waren jedoch die Verbote, vor allem jene gegen die Einwanderung von fremden Elementen, zu denen alle zählten, die nicht Hungerbühler hiessen. Zum Glück starben diese aufgrund dieser Gesetze innert eineinhalb Generationen vollständig aus.

Stephan Pörtner ist Krimiautor («Köbi der Held») und lebt in Zürich. Für die WOZ schreibt er Geschichten, die aus exakt 100 Wörtern bestehen.

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